Im Fall der 29-jährigen Tasia Fortune, die Anfang August tot an einem Baum in Jackson im US-Bundesstaat Mississippi gefunden wurde, hat die Polizei einen Mann festgenommen. Die Gerichtsmedizin stuft ihren Tod inzwischen als Tötungsdelikt ein. Weitere Festnahmen könnten folgen.
Fortunes Leiche war am 3. August im Hinterhof eines verlassenen Hauses entdeckt worden. Sie hing an einem Baum. Der Fund sorgte rasch für große öffentliche Aufmerksamkeit – nicht zuletzt wegen der Geschichte rassistischer Gewalt und Lynchmorde in Mississippi.
Am Freitag, dem 11. September, nahmen Ermittler Jacques Ratliff in Jackson fest. Zuvor hatte die Gerichtsmedizin des Bundesstaates Fortunes Tod offiziell als „Homicide“, also als durch einen anderen Menschen verursachten Tod, eingestuft.
Jacksons Polizeichefin RaShall Brackney sprach von einer wichtigen Entwicklung, betonte aber zugleich, dass die Ermittlungen damit keineswegs abgeschlossen seien.
Weitere Festnahmen möglich
Nach Angaben Brackneys arbeitet die Polizei weiterhin an dem Fall. Weitere Festnahmen seien möglich, sobald neue Beweise dies rechtfertigten.
Die Polizeichefin erklärte zudem, dass es in dem Fall eine Mordanklage geben werde. Ob Ratliff selbst des Mordes an Fortune beschuldigt wird, ließ sie zunächst offen.
Zwischen Fortune und dem Festgenommenen habe es nach Angaben der Polizei eine „Verbindung“ gegeben.
Welche Art von Beziehung die beiden hatten, wollte Brackney nicht sagen.
Die Ermittler würden zu diesem Zeitpunkt weder den Umfang noch die genaue Natur dieser Verbindung öffentlich machen.
Der Fall sorgte schon früh für Misstrauen und Fragen
Der Fund von Fortunes Leiche hatte bereits unmittelbar nach ihrem Tod Forderungen nach einer umfassenden Untersuchung ausgelöst.
Zu denjenigen, die öffentlich auf eine genaue Aufklärung drängten, gehörte auch der bekannte Bürgerrechtsanwalt Ben Crump.
Dass eine schwarze Frau in Mississippi tot an einem Baum gefunden wurde, ließ bei vielen Menschen unweigerlich Erinnerungen an die gewaltsame rassistische Vergangenheit des Bundesstaates aufkommen.
Die Polizei ist sich dieser historischen Dimension bewusst.
Brackney sagte, man verstehe die Fragen und das Bedürfnis nach Antworten gerade angesichts der Geschichte Mississippis.
Diese Sorgen würden von den Ermittlern nicht abgetan, sondern ernst genommen.
Noch viele offene Fragen
Trotz der Festnahme bleiben zentrale Punkte ungeklärt.
Bislang ist öffentlich nicht bekannt, unter welchen Umständen Fortune ums Leben kam, welches Motiv hinter der Tat stehen könnte oder welche konkrete Rolle der festgenommene Jacques Ratliff nach Ansicht der Ermittler gespielt haben soll.
Auch zu möglichen weiteren Verdächtigen machte die Polizei keine näheren Angaben.
Die Familie von Tasia Fortune und Ratliff waren zunächst nicht für Stellungnahmen erreichbar.
Damit hat der Fall zwar eine entscheidende Wendung genommen – aufgeklärt ist er aber noch lange nicht.
Die Festnahme ist nach den Worten der Polizeichefin lediglich ein wichtiger Schritt in einer weiterhin laufenden Mordermittlung.
Und angesichts der Umstände des Todes sowie der historischen Belastung des Ortes dürfte jeder weitere Ermittlungsschritt in Jackson besonders aufmerksam verfolgt werden.
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