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XG: Sieben Mädchen, sechs Jahre Drill und der Traum vom Weltstar

fredrikwandem (CC0), Pixabay
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Vom Internat zur Weltbühne

Während viele Jugendliche ihre Nachmittage mit Freunden, Videospielen oder sozialen Medien verbringen, begann für sieben junge Japanerinnen bereits im Alter von elf oder zwölf Jahren ein Leben, das von Disziplin, Training und großen Träumen geprägt war.

Heute kennt die Welt sie als XG – eine der erfolgreichsten asiatischen Popgruppen der Gegenwart. Doch hinter dem internationalen Erfolg steckt eine Geschichte voller harter Arbeit, Tränen und unerschütterlichem Zusammenhalt.

Sechs Jahre Ausbildung für einen Traum

Die Geschichte von XG begann 2016. Aus Tausenden Bewerberinnen wurden zunächst 21 junge Talente ausgewählt. Es folgten Jahre intensiver Ausbildung.

Die Kandidatinnen lebten gemeinsam in Wohnheimen und trainierten von morgens bis abends Gesang, Tanz, Bühnenpräsenz und verschiedene Sprachen. Der Konkurrenzdruck war enorm.

In Dokumentationen über die Entstehung der Gruppe sind Szenen zu sehen, in denen die jungen Talente bis zur Erschöpfung trainieren, unter Leistungsdruck weinen oder von ihren Trainern scharf kritisiert werden.

„Es war die härteste Erfahrung meines Lebens“, erinnert sich Mitglied Maya heute. Körperlich und mental sei die Zeit ein permanenter Kampf gewesen.

Am Ende schafften es nur sieben junge Frauen in die endgültige Besetzung.

Eine Verbindung wie Geschwister

Trotz aller Härte entstand während dieser Jahre eine außergewöhnliche Bindung.

Die Mitglieder beschreiben sich heute nicht nur als Bandkolleginnen, sondern als Familie.

Vor jedem Auftritt bilden sie einen Kreis und sprechen gemeinsam ihr Ritualwort „Hesono-o“ aus – das japanische Wort für Nabelschnur.

Für die Gruppe symbolisiert es ihre Verbindung zueinander.

Eine Verbindung, die über Freundschaft hinausgeht und während der gemeinsamen Ausbildungsjahre gewachsen ist.

Der Durchbruch mit globalem Anspruch

2022 erschien schließlich die Debütsingle „Tippy Toes“.

Schon der erste Song machte deutlich, dass XG nicht nur Japan erobern wollte.

Die Gruppe setzte von Beginn an auf internationale Sounds, englische Texte und einen modernen Mix aus Hip-Hop, R&B und Pop.

Mit Songs wie „Galz Xypher“, „Shooting Star“, „Mascara“, „Left Right“ und „Woke Up“ entwickelte sich die Band schnell zu einem globalen Phänomen.

Millionen Streams, virale TikTok-Trends und Auftritte auf internationalen Festivals folgten.

Spätestens mit ihrem Auftritt beim berühmten Coachella-Festival 2025 war klar: XG hatte den Sprung auf die Weltbühne geschafft.

Mut zur eigenen Identität

Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Gruppe Ende 2025, als Mitglied Cocona öffentlich erklärte, transmaskulin und nicht-binär zu sein.

In der oft konservativen Welt des asiatischen Popgeschäfts war dieser Schritt bemerkenswert.

Noch bemerkenswerter war die Reaktion der Band.

Die anderen Mitglieder unterstützten Cocona von Beginn an öffentlich und ohne Vorbehalte.

Auch die Fans reagierten überwiegend mit großer Zustimmung und Solidarität.

Für viele junge Menschen wurde Cocona dadurch zu einem Symbol für Mut, Selbstakzeptanz und Individualität.

Eine neue Bedeutung für XG

Ursprünglich stand XG für „Xtraordinary Girls“.

Heute interpretiert die Gruppe die Buchstaben als „Xtraordinary Genes“.

Die Botschaft dahinter:

Jeder Mensch darf so sein, wie er ist.

Die Band versteht sich zunehmend als Projekt gegen Vorurteile, Schubladendenken und gesellschaftliche Erwartungen.

Das neue Album „The Core“

Mit ihrem aktuellen Album „The Core“ schlagen die Musikerinnen ein weiteres Kapitel auf.

Musikalisch entfernt sich die Gruppe von klassischen R&B-Einflüssen und experimentiert stärker mit Dance-, House-, Rock- und Pop-Elementen.

Songs wie „Hypnotise“, „Gala“ oder „O.R.B.“ zeigen die stilistische Vielfalt der Band und unterstreichen ihren Anspruch, sich ständig neu zu erfinden.

Dabei bleibt die zentrale Botschaft unverändert:

Authentizität, Zusammenhalt und Mut zur Individualität.

Die Welt liegt ihnen zu Füßen

Im Herbst wird XG erstmals in der Londoner Wembley Arena auftreten – ein weiterer Meilenstein ihrer Karriere.

Was einst als ehrgeiziges Ausbildungsprojekt in Japan begann, hat sich innerhalb weniger Jahre zu einer internationalen Erfolgsgeschichte entwickelt.

Für die sieben Mitglieder ist der Weg jedoch noch lange nicht zu Ende.

Nach sechs Jahren Ausbildung, zahllosen Trainingsstunden und dem Sprung auf die größten Bühnen der Welt scheint für XG eines klar zu sein:

Ihre gemeinsame „Nabelschnur“ wird sie auch in Zukunft verbinden – ganz egal, wohin ihre Reise sie noch führt.

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