Also erst einmal: Herzlich willkommen auf Schalke, Satoshi Tanaka!
Für eine Million Euro bekommt man heutzutage nicht einmal mehr einen durchschnittlichen Ersatzspieler. Rein sportlich mag das also ein vernünftiger Transfer sein. Jung, entwicklungsfähig, japanischer Nationalspieler und mit Sicherheit motiviert, sich in der Bundesliga zu beweisen.
Aber mal ganz ehrlich:
Ist das der Spieler, der Schalke in der Bundesliga voranbringt?
Ist das der Typ, der in der 85. Minute beim Stand von 1:1 in Frankfurt, Dortmund oder Leverkusen die Mannschaft zusammenstaucht?
Ist das der Spieler, der nach drei Niederlagen in Folge vorangeht und sagt: „Jungs, jetzt reicht’s!“?
Genau da liegt mein Problem.
Schalke hat in den letzten Jahren viele talentierte Spieler geholt. Junge Spieler. Entwicklungsfähige Spieler. Spieler mit Potenzial.
Was uns aber fast immer gefehlt hat, waren echte Führungsspieler.
Typen wie früher Olaf Thon, Marc Wilmots, Ebbe Sand, Marcelo Bordon oder auch Benedikt Höwedes.
Spieler, die Verantwortung übernehmen.
Spieler, die auf dem Platz sprechen, dirigieren, antreiben und vor allem in schwierigen Phasen nicht abtauchen.
Natürlich kann Tanaka sportlich einschlagen. Das wünsche ich ihm sogar ausdrücklich. Vielleicht überrascht er uns alle.
Aber wenn Schalke nach dem Aufstieg wirklich mehr will als nur Woche für Woche gegen den Abstieg zu kämpfen, dann braucht diese Mannschaft noch etwas anderes:
Einen echten Leader.
Einen gestandenen Bundesliga-Spieler.
Einen Charakterkopf.
Einen, der die Kabine zusammenhält und auf dem Platz den Ton angibt.
Denn Talent allein hält dich in der Bundesliga nicht drin.
Mentalität, Erfahrung und Führungsqualität entscheiden oft über Klassenerhalt oder Abstieg.
Deshalb bleibt für mich die wichtigste Frage dieses Sommers:
Wo ist der Leader, der Schalke in der 1. Bundesliga anführen soll?
Tanaka kann ein wichtiger Baustein werden. Aber der Anführer dieser Mannschaft? Das muss er erst einmal beweisen.
Glück auf!
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