Es war kein Fußballabend für Feinschmecker, aber einer mit sportlicher Bedeutung. Das torlose 0:0 zwischen Australien und Paraguay hatte zwar nur wenige Höhepunkte zu bieten, entschied jedoch über die Platzierungen in Gruppe D. Am Ende durfte Australien aufatmen: Dank der besseren Tordifferenz verteidigten die „Socceroos“ Rang zwei und zogen direkt in die K.-o.-Runde ein.
Paraguay muss sich mit Platz drei begnügen, hat mit vier Punkten aber ebenfalls gute Chancen auf das Weiterkommen. Sollte sich das bestätigen, könnte ausgerechnet die deutsche Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale auf „La Albirroja“ treffen – ein Gegner, den man keinesfalls unterschätzen sollte.
Auf dem Rasen spiegelte sich die Tabellensituation wider. Australien musste nicht volles Risiko gehen und kontrollierte die Anfangsphase. Die beste Gelegenheit der ersten Halbzeit hatte Irvine bereits früh, doch danach verlor die Partie zunehmend an Tempo und Kreativität. Paraguay übernahm nach der Pause zwar etwas mehr Spielanteile, fand gegen die kompakte australische Defensive jedoch kaum Lösungen.
Erst in der hektischen Schlussphase wurde es noch einmal spannend. Chancen von Bos auf australischer sowie Mauricio und Yengi auf paraguayischer Seite sorgten zumindest kurzzeitig für etwas Aufregung. Wirklich zwingend waren diese Möglichkeiten allerdings nicht. So blieb es bei einem torlosen Remis, das den Spielverlauf treffend widerspiegelte.
Australien wird mit diesem Ergebnis gut leben können. Das Minimalziel, der direkte Einzug in die K.-o.-Phase, wurde erreicht. Ob die gezeigte Leistung allerdings ausreicht, um gegen stärkere Gegner zu bestehen, darf bezweifelt werden. Dafür fehlte es über weite Strecken an Durchschlagskraft und Mut nach vorne.
Paraguay dagegen hat zwar den direkten zweiten Platz verpasst, dürfte sich mit vier Punkten aber ebenfalls Hoffnungen auf das Weiterkommen machen. Sollte es tatsächlich zum Duell mit Deutschland kommen, wartet auf die Mannschaft von Julian Nagelsmann ein unbequemer Gegner: defensiv diszipliniert, körperlich robust und bereit, jede sich bietende Chance zu nutzen.
Dieses 0:0 wird zwar kaum in die WM-Geschichtsbücher eingehen. Die Auswirkungen auf den weiteren Turnierverlauf könnten jedoch größer sein, als es die ereignisarmen 90 Minuten zunächst vermuten lassen.
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