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Wird Orbán heute vom Volk abgewählt?

Kaufdex (CC0), Pixabay
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Orbán setzt auf Angst vor Krieg – Magyar verspricht den politischen Neustart

Vor der richtungsweisenden Parlamentswahl in Ungarn haben Ministerpräsident Viktor Orbán und sein Herausforderer Péter Magyar ihren Wahlkampf mit gegensätzlichen Botschaften beendet: Während Orbán sich erneut als Garant für Frieden und Stabilität inszenierte, versprach Magyar einen grundlegenden politischen Neuanfang.

Am Vorabend der Abstimmung warb Magyar in Debrecen vor mehr als 10.000 Anhängerinnen und Anhängern für ein „europäisches, funktionierendes, menschliches, freies und unabhängiges Ungarn“. Seine Partei TISZA – deren Name zugleich an den ungarischen Fluss Theiß erinnert – präsentierte er als politische Kraft des Aufbruchs.

Magyar: Schluss mit Korruption und politischer Erstarrung

Magyar kündigte an, Orbáns Regierungspartei FIDESZ zu besiegen und Ungarn von „Korruption, Lüge, Hassrede und Verarmung“ zu befreien. Orbán habe das Land zu eng an Moskau gebunden, sagte er. Seine künftige Regierung werde Ungarn wieder klar in Europa verankern:
„Der Platz Ungarns ist, war und wird in Europa sein.“

Für Orbán könnte die Wahl erstmals seit vielen Jahren ernsthaft gefährlich werden. Mehrere Umfragen sahen Magyars TISZA zuletzt vor FIDESZ. Ob sich dieser Trend in Sitze übersetzt, bleibt wegen des ungarischen Wahlsystems jedoch offen. Erste belastbare Ergebnisse werden erst am späten Sonntagabend erwartet.

Orbán: Frieden als Wahlkampfthema Nummer eins

Orbán wiederum stellte bei seiner Abschlusskundgebung in Budapest den Krieg in der Ukraine in den Mittelpunkt. Vor seinen Anhängerinnen und Anhängern erklärte er, „Frieden ist das wichtigste Ziel dieser Wahl“. Ungarn dürfe nicht in den Krieg im Nachbarland hineingezogen werden.

Er sagte, Ungarn habe „nichts mit diesem Krieg zu tun“ und bezeichnete ihn als Konflikt zwischen zwei slawischen Völkern – eine Formulierung, mit der er erneut auf Distanz zur westlichen Ukraine-Politik ging. Seit Monaten setzt Orbán stark auf Warnungen vor Eskalation und auf das Bild, nur seine Regierung könne das Land aus dem Krieg heraushalten.

Vorwurf der Russlandnähe weist Orbán zurück

Den Vorwurf, eine russlandfreundliche Politik zu betreiben, wies Orbán erneut zurück. Als Beleg führte er die Unterstützung aus Washington an. Tatsächlich erhielt er vor der Wahl öffentliche Rückendeckung von Donald Trump sowie von JD Vance. Reuters berichtete zudem über offene Unterstützung aus Prag und Bratislava durch Andrej Babiš und Robert Fico.

„Zeit der Gefahren“ – Orbán gegen Generationswechsel

Orbán zeigte Verständnis dafür, dass viele jüngere Wählerinnen und Wähler einen politischen Generationswechsel fordern. Doch dafür sei jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, sagte der 62-Jährige. In einer „Zeit der Gefahren“ brauche Ungarn erfahrene Führung.

Orbán regiert das Land seit 16 Jahren ununterbrochen, zuvor war er bereits von 1998 bis 2002 Regierungschef. Die heutige Wahl gilt deshalb als seine bisher härteste Machtprobe seit langem.

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