Berlin, Parteitag der SPD, Tag der Erkenntnis: Wenn man schon keinen Kanzler mehr stellt, dann wenigstens ein paar neue Gesichter für die Galerie. Und was macht man, wenn das Vertrauen in den Vorsitzenden bröckelt wie die Raufasertapete in einer ostdeutschen Amtsstube? Man verteilt die Macht auf möglichst viele Schultern – am besten fünf. Willkommen im SPD-Poly-Vorsitz 2025!
An der Spitze steht weiterhin Lars „64,9-Prozent-sind-auch-ein-Zeichen“ Klingbeil – also zumindest nominell. Seine Wiederwahl war so mitreißend wie ein verregnetes Grillfest im Wahlkreis. Da war Bärbel Bas mit ihren soliden 95 Prozent schon fast die Beyoncé des Parteitags. Aber der wahre Polit-Plot-Twist kam aus Sachsen: Petra Köpping – sächsische Sozialministerin, Hoffnungsträgerin der verzweifelten Mitte, Retterin der roten Laterne im Osten – holte satte 91,8 Prozent. Chapeau!
Was genau ihr Plan ist? Weiß man nicht. Vielleicht reicht es aktuell auch, wenn man einfach nicht Lars Klingbeil ist. Oder Olaf Scholz. Oder ein Mann.
Dazu gesellen sich als Vize-Vize-Chefs: Serpil Midyatli (Nordlicht mit Haltung), Achim Post (NRW-Pragmatiker mit grimmigem Blick), Anke Rehlinger (Saarland, aber mit Power) und Joachim Schweitzer (aus Rheinland-Pfälzisachsen – ein Ort, den wir auch erst googeln mussten).
Das Ziel der SPD scheint klar: Wenn schon niemand den Kurs kennt, dann bitte wenigstens viele am Steuer. Ob das Schiff fährt? Fraglich. Aber wenn es sinkt, dann kann man sich das Debakel wenigstens solidarisch teilen.
Fazit: Die SPD beweist Mut zur Masse – fünf Stellvertreter sollen retten, was nicht mal mehr durch eine Parteitags-Hymne von Wolfgang Petry zu kitten ist. Aber hey – die Hoffnung stirbt zuletzt. Genau wie die Umfragewerte.
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