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Wie lässt sich ein Flugzeug vor Drohnen schützen?

Maklay62 (CC0), Pixabay
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Ein großes Frachtflugzeug kann sich gegen eine kleine Drohne normalerweise nicht selbst verteidigen. Der wirksamste Schutz muss deshalb am Boden und im unmittelbaren Umfeld des Flughafens beginnen.

Dazu gehören miteinander kombinierte Radarsysteme, Funkpeilung sowie optische und Wärmebildkameras. Wird ein unbekanntes Fluggerät erkannt, kann die Flugsicherung Starts und Landungen stoppen, Maschinen umleiten oder bereits anfliegende Flugzeuge durchstarten lassen. ICAO und EASA empfehlen dafür abgestimmte Verfahren zwischen Flughafen, Flugsicherung, Polizei und weiteren Sicherheitsbehörden.

Das eigentliche Abfangen ist schwieriger. Ein Störsender kann die Funk- oder Navigationsverbindung einer Drohne unterbrechen, gleichzeitig aber auch andere technische Systeme beeinträchtigen. Wird eine Drohne abgeschossen, können Trümmer und eine mögliche Sprengladung auf das Flughafengelände fallen. Deshalb können solche Gegenmaßnahmen nicht einfach automatisch eingesetzt werden.

Hinzu kommen klassische Schutzmaßnahmen: bewachte Abstellpositionen, kontrollierte Zufahrten, Sicherheitsstreifen um sensible Flugzeuge, kurzfristig wechselnde Betriebsabläufe und eine möglichst strenge Geheimhaltung der Ladung und der Abflugzeiten.

Während des eigentlichen Reiseflugs ist die Gefahr durch handelsübliche Drohnen wesentlich geringer, da diese normalerweise nicht die Reiseflughöhe großer Transportmaschinen erreichen. Besonders gefährdet sind Flugzeuge beim Parken, Rollen, Starten und Landen.

Woher könnten Täter Informationen gehabt haben?

Auch hier gibt es bisher keine gesicherte Antwort. Mehrere Möglichkeiten müssen untersucht werden.

Öffentliche Flugbeobachtungssysteme können Position, Höhe, Geschwindigkeit und teilweise die Identität eines Flugzeugs anzeigen. Die Ladung wird darüber jedoch nicht übertragen. Wer lediglich wusste, dass ukrainische Antonow-Maschinen in Leipzig standen, könnte diese durch öffentliche Flugdaten oder eine Beobachtung des Flughafens erkannt haben.

Falls die Täter dagegen tatsächlich wussten, dass eine bestimmte Maschine Munition aus Frankreich geladen hatte, wäre das deutlich ernster. Dann kämen unter anderem eine längere Ausspähung des Flughafens, Informationen aus der Transport- oder Abfertigungskette, ein menschlicher Hinweisgeber oder ein Zugriff auf digitale Logistikdaten infrage.

Bei einem solchen Transport sind zwangsläufig verschiedene Stellen beteiligt: Versender, Speditionen, Flughafenpersonal, Abfertigungsunternehmen, Sicherheitsbehörden und die Besatzung. Ermittler müssten deshalb prüfen, wer Zugriff auf Flugpläne, Frachtpapiere, Abstellpositionen und Zeitfenster hatte und ob entsprechende Daten ungewöhnlich abgerufen oder weitergegeben wurden.

Es ist aber ebenso möglich, dass nicht die konkrete Ladung, sondern allgemein ukrainische Transportflugzeuge das Ziel waren. Wenn sich dort vier ukrainische Maschinen befanden, könnte die Drohne gegen den Abstellbereich gerichtet gewesen sein, ohne dass der Täter den Inhalt eines einzelnen Flugzeugs kannte.

Diese Fragen müssen jetzt beantwortet werden

Die Ermittler müssen rekonstruieren, von wo die Drohne gestartet wurde, ob sie ferngesteuert oder vorprogrammiert flog und ob auf ihr Navigations-, Kamera- oder Kommunikationsdaten gespeichert sind. Auch Fingerabdrücke, DNA, Bauteilnummern, Kaufwege und mögliche Funkverbindungen können Hinweise liefern.

Ebenso wichtig ist die Frage, ob es eine Verbindung zu dem zweiten unbekannten Flugobjekt gibt, das mit einem Frachtflugzeug kollidiert sein soll. Erst wenn feststeht, ob beide Drohnen zusammengehörten, lässt sich beurteilen, ob es sich um einen koordinierten Angriff handelte. Die Behörden haben bislang keinen Urheber offiziell benannt.

Der Vorfall zeigt vor allem eine Sicherheitslücke: Eine Flugverbotszone allein hält eine vorsätzlich eingesetzte Drohne nicht auf. Entscheidend sind frühzeitige Erkennung, schnelle Reaktion und der Schutz sensibler Transportinformationen. Ob hier tatsächlich eine bestimmte Munitionslieferung verraten wurde oder lediglich ukrainische Flugzeuge allgemein im Visier standen, lässt sich derzeit seriös noch nicht sagen.

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