Die Fußball-WM 2026 schreibt ihre ersten kuriosen Geschichten – und diesmal geht es ausnahmsweise nicht um Eigentore, VAR-Diskussionen oder Trainer-Ausreden. Im Mittelpunkt steht ein Sponsor, von dem vor wenigen Monaten vermutlich nicht einmal dessen eigene Buchhaltung wusste, dass er einmal auf den größten Werbeflächen der Fußballwelt auftauchen würde.
Der Name: ADI Predictstreet.
Während sich Millionen Zuschauer fragen, ob England Weltmeister wird oder Portugal endlich ins Rollen kommt, fragen sich Juristen inzwischen etwas ganz anderes: Wer oder was ist eigentlich Predictstreet?
Vom Geheimtipp direkt auf die WM-Bande
Plötzlich ist der Name überall.
Auf den Werbebanden im Stadion. Auf Sponsorenwänden bei Interviews. Hinter Trainern, Spielern und FIFA-Funktionären. Wer die WM verfolgt, kommt an Predictstreet kaum vorbei.
Das Problem: Nach Angaben der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder besitzt das Unternehmen in Deutschland keine Glücksspiellizenz. Deshalb wird nun geprüft, ob hier möglicherweise unerlaubtes Glücksspiel beworben wird.
Mit anderen Worten: Während die Nationalmannschaften um Punkte kämpfen, kämpfen die Juristen um die Frage, ob die Werbung überhaupt gezeigt werden darf.
Die große WM-Frage: Was macht Predictstreet eigentlich?
Besonders kurios wird die Geschichte dadurch, dass das Unternehmen laut Recherchen bereits Millionen in das FIFA-Sponsoring investiert haben soll, als offenbar noch gar kein fertiges Produkt existierte.
Normalerweise entwickelt man erst ein Angebot und macht anschließend Werbung dafür.
Bei Predictstreet scheint man gedacht zu haben:
„Warum klein anfangen? Erst WM-Sponsor werden, den Rest klären wir später.“
Die FIFA schweigt
Von der FIFA gibt es bislang keine ausführliche Erklärung.
Auch das hat mittlerweile Tradition.
Wenn es kompliziert wird, ist der Weltverband ungefähr so gesprächig wie ein Spieler nach einer 0:5-Niederlage.
Die deutschen TV-Sender ARD und ZDF verweisen darauf, dass sie lediglich die internationalen Bilder übernehmen und keinen Einfluss auf die Werbung im Stadion haben.
Übersetzt heißt das:
„Die Bande steht da. Wir filmen nur zufällig genau drauf.“
Der Sponsor, den gestern noch niemand kannte
Die vielleicht erstaunlichste Erkenntnis bleibt jedoch eine andere.
Jahrzehntelang kämpften Weltkonzerne um WM-Sponsorenplätze. Coca-Cola, Adidas, Visa oder McDonald’s investierten Milliarden, um dort zu erscheinen.
2026 schafft es plötzlich ein Unternehmen, das viele Fans zunächst für eine neue Fantasy-Football-App oder einen Straßenbelag hielten.
Fazit
Noch ist völlig offen, ob tatsächlich gegen deutsches Glücksspielrecht verstoßen wurde.
Fest steht aber schon jetzt:
Während auf dem Platz die besten Fußballer der Welt um den Titel kämpfen, liefert Predictstreet den Wettbewerb um den überraschendsten WM-Auftritt des Jahres.
Und irgendwo sitzt vermutlich ein Marketingstudent vor dem Fernseher und denkt:
„Moment mal … man kann also WM-Sponsor werden, bevor überhaupt jemand weiß, was man eigentlich verkauft?“
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