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Schüsse auf US-Konsulat in Toronto: Polizei jagt Netzwerk aus „Auftragskriminellen“

jorono (CC0), Pixabay
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Die Schüsse auf das US-Konsulat in Toronto im März bekommen eine neue, beunruhigende Dimension. Nach Angaben der kanadischen Polizei könnte hinter der Tat ein Netzwerk sogenannter „Krimineller auf Bestellung“ stehen, das gezielt junge Menschen für Gewalttaten anwirbt.

Der Vorfall ereignete sich am 10. März gegen 4.30 Uhr morgens. Zwei Männer fuhren laut Zeugen in einem weißen Honda vor dem US-Konsulat vor, gaben mehrere Schüsse auf das Gebäude ab und flüchteten anschließend. Verletzt wurde niemand, dennoch stuften die Behörden den Angriff als Vorfall mit Bezug zur nationalen Sicherheit ein.

Bei ihren Ermittlungen stießen die Behörden auf ein größeres Muster. Nach Angaben von Torontos Polizeichef Myron Demkiw werden junge Täter über verschlüsselte Messenger-Dienste wie WhatsApp, Signal oder Telegram angeworben. Die Auftraggeber verlangen dabei oft, dass die Angriffe gefilmt werden, damit die Täter anschließend bezahlt werden können.

Besonders alarmierend: Eine der sichergestellten Schusswaffen soll mit mindestens 21 verschiedenen Schießereien in Verbindung stehen, darunter auch dem Angriff auf das US-Konsulat. Eine weitere Waffe wurde mit mindestens sechs weiteren Fällen verknüpft. Beide Waffen stammen nach Angaben der Ermittler aus den USA.

Die Polizei untersucht derzeit zahlreiche Schießereien in Toronto, die möglicherweise auf dieselben Strukturen zurückgehen. In einem Fall kam sogar ein Polizist ums Leben. Der mutmaßliche Täter ist ebenfalls erst 19 Jahre alt.

Auch beim Angriff auf das US-Konsulat steht ein 19-jähriger Verdächtiger im Fokus, der bislang nicht festgenommen wurde.

Für zusätzliche Brisanz sorgt ein US-Gerichtsdokument. Darin wird der irakische Staatsangehörige Mohammad Baqer Saad Al-Saadi mit mehreren mutmaßlichen Terrorplänen in Nordamerika und Europa in Verbindung gebracht. Laut den Unterlagen soll er auch über den Angriff auf das Konsulat gesprochen haben.

Die Ermittler arbeiten inzwischen gemeinsam mit dem FBI daran, die Hintermänner der Anschläge zu identifizieren. Nach Einschätzung der Polizei verfolgen die Auftraggeber vor allem ein Ziel: Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung zu verbreiten.

Der Fall zeigt, wie digitale Kommunikationsplattformen zunehmend für organisierte Gewalt genutzt werden – und wie junge Menschen dabei als leicht ersetzbare Werkzeuge krimineller Netzwerke missbraucht werden.

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