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West-Ham-Eigentümer David Sullivan tritt nach schweren Vorwürfen zurück

jorono (CC0), Pixabay
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Beim englischen Traditionsverein West Ham United kommt es zu einem überraschenden Führungswechsel. Miteigentümer und langjähriger Klubchef David Sullivan hat seinen sofortigen Rücktritt als Co-Vorsitzender und Direktor des Vereins bekanntgegeben. Hintergrund sind schwerwiegende historische Vorwürfe gegen den 77-Jährigen, die im Rahmen einer gemeinsamen Recherche der BBC-Sendung Panorama und der Zeitung The Times veröffentlicht werden sollen.

West Ham bestätigte am Samstag, über die bevorstehende Veröffentlichung informiert worden zu sein. In einer Stellungnahme erklärte der Verein, Sullivan habe sich zum Rücktritt entschlossen, um mögliche Belastungen für den Klub während der Aufarbeitung der Angelegenheit zu vermeiden.

Sullivan weist sämtliche Vorwürfe entschieden zurück. Es handele sich um „jahrzehntealte Behauptungen“, die „faktisch falsch und vollständig unwahr“ seien. Zugleich kündigte der Unternehmer an, juristisch gegen die BBC und andere Medien vorzugehen, sollten aus seiner Sicht verleumderische Behauptungen verbreitet werden.

Welche konkreten Vorwürfe Gegenstand der Recherche sind, wurde zunächst nicht veröffentlicht. Nach Angaben von West Ham stehen die Anschuldigungen jedoch nicht im Zusammenhang mit dem Fußballverein oder dessen Geschäftsbetrieb.

Der Zeitpunkt des Rücktritts trifft West Ham in einer ohnehin schwierigen Phase. Erst vor wenigen Wochen musste der Verein den bitteren Gang in die Championship antreten. Nach Platz 18 in der Premier League endete die 14-jährige Zugehörigkeit zur höchsten englischen Spielklasse.

Sullivan gehörte seit 2010 gemeinsam mit seinem inzwischen verstorbenen Geschäftspartner David Gold zu den prägenden Figuren des Klubs. Unter ihrer Führung zog West Ham 2016 vom traditionsreichen Upton Park ins London Stadium um. Sportlicher Höhepunkt war der Gewinn der UEFA Europa Conference League im Jahr 2023, der erste große Titel des Vereins seit dem FA-Cup-Sieg 1980.

Dennoch war die Amtszeit zuletzt von wachsender Kritik begleitet. Fans protestierten wiederholt gegen die Vereinsführung und forderten den Rücktritt von Sullivan und Vize-Vorsitzender Karren Brady. Brady hatte ihr Amt bereits im April dieses Jahres niedergelegt.

Nach dem Rückzug Sullivans übernimmt zunächst die bestehende Vereinsführung die Geschäfte. Interims-Geschäftsführer Karim Virani soll den operativen Betrieb weiterführen. Über die zukünftige Struktur des Vorstands will West Ham zu einem späteren Zeitpunkt informieren.

Für den Traditionsklub beginnt damit eine weitere Phase der Unsicherheit – sportlich nach dem Abstieg und nun auch auf Führungsebene. Die kommenden Wochen dürften zeigen, welche Auswirkungen die angekündigten Enthüllungen auf Sullivan und den Verein tatsächlich haben werden.

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