Leipzig macht sich bereit fürs große Fußballfest.
Conference-League-Finale.
Internationale Gäste.
Volle Innenstadt.
Und offenbar auch:
Hotelpreise direkt aus der Raumfahrttechnik.
Denn wer rund um das Finale noch spontan ein Zimmer sucht, braucht inzwischen entweder:
- einen Lottogewinn,
- einen Goldbarren
oder ein sehr stabiles Nervenkostüm.
1400 Euro für eine Nacht im Hotel?
Kein Problem in Leipzig!
Wahrscheinlich gibt’s dafür wenigstens:
- ein Kopfkissen,
- fließend Wasser
und den kostenlosen Blick auf andere verzweifelte Fußballfans, die gerade ihre Kreditkarte reanimieren.
Besonders schön:
Am nächsten Tag kostet dasselbe Zimmer plötzlich wieder 88 Euro.
Da merkt man:
Nicht der Fußball ist hier das eigentliche Spektakel.
Sondern die Preisgestaltung.
Man muss den Hotels allerdings fairerweise lassen:
Sie nutzen einfach konsequent die moderne Event-Mathematik.
Formel:
Viele Fans + wenige Zimmer = finanzieller Endgegner.
Und natürlich wird das alles ganz seriös erklärt:
„Nachfrageangepasste Preise.“
Früher nannte man sowas einfach:
„Jetzt holen wir uns richtig die Taschen voll.“
Aber hey:
Leipzig will schließlich internationale Großstadt sein.
Da gehört es offenbar dazu, dass ein Fußballfan für eine Hotelnacht ungefähr so viel bezahlt wie früher für einen gebrauchten VW Golf.
Währenddessen hoffen Gastronomen auf durstige Engländer und feiernde Spanier.
Denn irgendwo muss das ganze Urlaubsgeld ja landen.
Die Wirte bleiben trotzdem erstaunlich entspannt.
„Mehr als voll geht ja nicht“, sagt einer sinngemäß.
Auch schön.
Leipziger Gastro-Philosophie in Reinform.
Und natürlich gibt’s das große Fan-Festival mitten auf dem Markt.
Mit Stimmung, Musik und vermutlich 14 Euro Bierpreisen, damit sich die Hotelkosten wenigstens konsequent fortsetzen.
Die Stadt selbst verkauft das Event natürlich als riesige Chance:
Internationale Aufmerksamkeit!
Imagegewinn!
Europäische Fußballromantik!
Klar.
Und vielleicht kommen einige Gäste tatsächlich irgendwann wieder.
Allerdings wahrscheinlich erst, nachdem sie ihre Kreditkartenabrechnung psychologisch verarbeitet haben.
Besonders lustig:
Leipzig will sich als gastfreundlichstes Bundesland präsentieren.
Da denkt sich der englische Fan vermutlich:
„Lovely city. Great atmosphere. But next time I sleep in the car.“
Am Ende zeigt das Finale vor allem eines:
Fußball verbindet Menschen.
Hotelpreise hingegen trennen sie zuverlässig von ihrem Ersparten.
Aber immerhin:
Wer schon immer mal wissen wollte, wie sich Luxusurlaub in Monaco anfühlt –
einfach während des Conference-League-Finales ein Hotel in Leipzig buchen.
Fast derselbe Preis.
Nur weniger Meer.
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