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Warum es so scheint, als wären ständig deine Lieblings-Websites offline

qimono (CC0), Pixabay
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Wenn dir in letzter Zeit auffällt, dass ständig Websites oder Apps nicht funktionieren – keine Sorge, du bildest es dir nicht ein.

Am Dienstag war erneut ein großer Teil des Internets betroffen: Der Web-Infrastrukturanbieter Cloudflare meldete eine Störung, die populäre Dienste wie Spotify, ChatGPT und sogar Donald Trumps Plattform Truth Social kurzzeitig lahmlegte. Es war die dritte große Internetstörung in weniger als einem Monat – nach ähnlichen Ausfällen bei Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure.

Was war bei Cloudflare los?

Laut Cloudflare war kein Hackerangriff für den Ausfall verantwortlich, sondern ein technisches Problem: Eine Konfigurationsdatei, die zur Abwehr von Schadtraffic gedacht war, wuchs unerwartet stark an – und brachte schließlich zentrale Softwarekomponenten zum Absturz. Der Fehler breitete sich kaskadenartig über das Netzwerk aus und führte zu massiven Ausfällen.

„Die Arbeiten laufen bereits, um solche Vorfälle künftig zu verhindern“, erklärte Cloudflare-Technikchef Dane Knecht, der sich öffentlich für die entstandenen Probleme entschuldigte.

Warum passiert das immer wieder – und immer öfter?

Laut Expert:innen ist das kein Zeichen einer „kaputten“ Technologie, sondern eher ein Nebenprodukt unserer extrem vernetzten Welt:

  • Immer mehr Dienste hängen von denselben großen Cloud-Anbietern wie Amazon, Google, Microsoft oder Cloudflare ab.
  • Wenn dort etwas schiefläuft, sind Millionen von Nutzern gleichzeitig betroffen.
  • Früher verteilten sich IT-Dienste auf viele kleinere Anbieter – heute ist das Internet zentralisiert wie nie.

„Solche Ausfälle sind eigentlich nichts Neues“, sagt Mike Chapple, IT-Professor an der University of Notre Dame. „Vor 20 Jahren war es ganz normal, jede Woche mindestens eine IT-Störung im Büro zu haben – nur hat es eben nicht gleich den halben Globus betroffen.“

Häufen sich die Ausfälle wirklich?

Nicht unbedingt, sagt Angelique Medina vom Netzwerkanalyseunternehmen Cisco ThousandEyes: Die Anzahl der Ausfälle sei relativ konstant, aber die Folgen würden größer, weil so viele Dienste auf wenigen Plattformen laufen.

Bislang hat Cisco im Jahr 2025 zwölf größere Ausfälle registriert – gegenüber 23 im gesamten Jahr 2024, darunter der massive CrowdStrike-Ausfall, der weltweit Unternehmen, Flughäfen und Krankenhäuser traf.

Ein Trend ist erkennbar: Viele Störungen entstehen durch veränderte Systemkonfigurationen, unbeabsichtigte Fehler, automatisierte Prozesse oder durch Systeme, die „scheinbar“ funktionieren, intern aber längst ein Problem haben.

Fazit: Niemand ist sicher – auch nicht die Großen

Die Wahrheit ist: Kein Unternehmen ist immun gegen Technikpannen, egal wie ausgeklügelt die Infrastruktur ist. Und bei Cloud-Diensten, die Milliarden Datenströme pro Sekunde verarbeiten, reicht ein kleiner Fehler, um riesige Teile des Internets auszubremsen.

„Diese Art von Störungen kann jedes Unternehmen treffen“, sagt IT-Expertin Eileen Haggerty. „Man kann sich nicht einfach zurücklehnen und sagen: Zum Glück passiert uns das nie.“

 

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