Ein Kommunalpolitiker aus dem US-Bundesstaat Virginia hat mit einem ungewöhnlichen Wahlkampfvideo Millionen Menschen begeistert. Gary Miller, 78 Jahre alt, Kardiologe und Stadtrat in Danville, dokumentiert darin seinen jahrelangen Einsatz für den Bau eines Gehwegs – und trifft damit offenbar einen Nerv der amerikanischen Öffentlichkeit.
Im Mittelpunkt des Videos steht ein Abschnitt der Kemper Road in einem lange vernachlässigten Stadtviertel. Dort mussten Fußgänger bislang auf der Fahrbahn laufen, um beispielsweise einen Supermarkt zu erreichen. Miller schildert, dass ihn die Sorge um die Sicherheit der Menschen dazu bewegte, sich für den Bau eines durchgehenden Gehwegs und neuer Fußgängerüberwege einzusetzen. Nach vier Jahren konnten rund 500 Meter neue Gehwege fertiggestellt werden.
Das Video verbreitete sich innerhalb weniger Tage millionenfach über soziale Netzwerke. Neben Millers sachlicher Art sorgte auch sein markanter Kleidungsstil – hochgezogene Stoffhose, Poloshirt und Mokassins – für zahlreiche humorvolle Kommentare. Viele Nutzer lobten jedoch vor allem, dass sich ein Politiker um konkrete Alltagsprobleme kümmere, statt auf politische Inszenierung zu setzen.
Beobachter sehen den Erfolg des Videos als Ausdruck einer wachsenden Sehnsucht nach funktionierender Kommunalpolitik. Während die politische Debatte in den USA häufig von nationalen Konflikten geprägt ist, zeige Millers Beispiel, wie wichtig funktionierende Infrastruktur für den Alltag der Menschen sei. Gehwege, sichere Straßen und gut geplante Stadtviertel seien Themen, die das Leben vieler Bürger unmittelbar beeinflussen.
Danville gilt als eine stark auf den Autoverkehr ausgerichtete Stadt. Besonders in sozial benachteiligten Vierteln fehlt es vielerorts an sicheren Wegen für Fußgänger. Nach lokalen Planungsunterlagen befinden sich die meisten Straßen mit einem erhöhten Unfallrisiko in genau diesen Stadtteilen.
Miller kündigte bereits an, sich auch künftig für weitere Gehwege in bislang vernachlässigten Bereichen der Stadt einzusetzen. Unterstützung erhält er inzwischen auch von Fachleuten für Stadtplanung und Verkehrsrecht. Sie sehen in seinem Engagement ein Beispiel dafür, dass oft gerade vermeintlich unscheinbare Infrastrukturprojekte die Lebensqualität und Sicherheit einer Stadt nachhaltig verbessern können.
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