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Warum Autofahrer jetzt für den Kerosinmangel zahlen

Mylene2401 (CC0), Pixabay
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Der Krieg mit Iran trifft plötzlich die Zapfsäulen

Der Krieg mit Iran verändert längst nicht mehr nur die geopolitische Lage im Nahen Osten – inzwischen trifft er ganz direkt Autofahrer in den USA. Während Airlines weltweit um Kerosin kämpfen, steigen gleichzeitig die Benzinpreise in Amerika massiv an.

Laut Daten von JPMorgan sind die Spritpreise in den USA seit Beginn des Konflikts schneller gestiegen als in fast allen anderen Ländern der Welt. Nur Myanmar, Malaysia, Pakistan und die Philippinen verzeichneten noch stärkere Anstiege. Inzwischen kostet eine Gallone Benzin durchschnittlich 4,48 Dollar – rund 50 Prozent mehr als vor Kriegsbeginn.

Europas Flugzeuge brauchen plötzlich amerikanischen Treibstoff

Der Auslöser liegt Tausende Kilometer entfernt: in der Straße von Hormus. Die wichtige Schifffahrtsroute bleibt wegen des Konflikts weiterhin stark eingeschränkt. Besonders Europa bekommt die Folgen zu spüren, weil ein großer Teil des dortigen Flugzeugtreibstoffs normalerweise aus dem Nahen Osten stammt.

Die Internationale Energieagentur warnte bereits im April, Europa verfüge nur noch über Kerosinreserven für etwa sechs Wochen. Airlines reagierten sofort: Lufthansa strich 20.000 Flüge, Turkish Airlines kappte zahlreiche Verbindungen, auch US-Fluggesellschaften reduzierten ihre Sommerpläne.

US-Raffinerien produzieren mehr Kerosin – und weniger Benzin

Um den Mangel auszugleichen, sprangen amerikanische Raffinerien ein. Sie erhöhten die Produktion von Flugzeugtreibstoff deutlich. Das Problem: Die Kapazitäten sind praktisch ausgelastet.

Mehr Kerosin bedeutet deshalb automatisch weniger Benzin. Laut US-Energiebehörde sank die tägliche Benzinproduktion zuletzt um rund 53.000 Barrel. Gleichzeitig mussten die USA ihre Reserven anzapfen. Die Lagerbestände liegen inzwischen unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Besonders kritisch ist die Lage beim Diesel. Dort liegen die Vorräte bereits elf Prozent unter dem langjährigen Mittel.

Öl ist nicht gleich Öl

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Nicht jedes Rohöl eignet sich gleich gut für jede Art von Treibstoff.

Das schwere Rohöl aus dem Nahen Osten und Venezuela eignet sich besonders effizient für die Herstellung von Diesel und Kerosin. In den USA wird dagegen überwiegend leichtes Schieferöl gefördert, das besser für Benzin geeignet ist.

Viele amerikanische Raffinerien wurden jedoch ursprünglich für schweres Importöl gebaut. Zwar können sie auch heimisches Öl verarbeiten, allerdings weniger effizient und zu höheren Kosten.

Die Folgen spüren Verbraucher direkt

Das Ergebnis ist ein Dominoeffekt auf dem Weltmarkt. Weil mehr Raffineriekapazitäten in Flugzeugtreibstoff fließen, wird Benzin knapper und teurer. Die Großhandelspreise sind seit Mitte April deutlich gestiegen, die Preise an den Tankstellen zogen innerhalb nur einer Woche um mehr als 30 Cent pro Gallone an.

Der Krieg mit Iran trifft damit längst nicht mehr nur Tanker und Flugrouten. Er erreicht inzwischen ganz alltäglich die Zapfsäulen amerikanischer Autofahrer.

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