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„Made in Germany“ – oder wie Hannover plötzlich zur Hauptstadt der fliegenden Fäuste wurde

GoldBJJ (CC0), Pixabay
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Hannover hat vieles gesehen: Schützenfest, CeBIT, Baustellen. Aber was bei Oktagon 88 abging, war selbst für die Leinestadt eine Nummer zu groß. Wochenlang hatten sich Max Holzer und Khalid Taha verbal zerlegt wie zwei Kommentarschreiber nach Mitternacht auf Facebook. Jetzt sollte endlich geklärt werden, wer im Käfig redet – und wer danach Sterne sieht.

Und Max Holzer dachte sich offenbar: „Warum lange arbeiten, wenn man Überstunden einfach weghauen kann?“

Nationalhymne, neuer Spitzname, kurze Arbeitszeit

Holzer marschierte mit deutscher Nationalhymne ein und gab sich selbst den Spitznamen „Made in Germany“. Spätestens da wusste jeder: Bescheidenheit hatte an diesem Abend Hausverbot.

Der Kampf begann hektisch, aggressiv und ungefähr so friedlich wie eine Parkplatzdiskussion beim Discounter. Taha versuchte mitzuhalten, kassierte aber zunehmend linke Hände von Holzer, die klangen, als würde jemand Teppiche ausklopfen.

Dann kam der Moment, in dem Holzer beschloss, Feierabend einzuläuten: Treffer, Rückzug Taha, Kniestoß zum Körper, zwei Schläge hinterher – Ringrichter dazwischen. Technischer Knockout. Hannover explodierte.

Und plötzlich lagen sich beide in den Armen. Wochenlanger Hassgipfel beendet wie ein Streit auf einem Dorffest: „War doch nicht so gemeint, Bruder.“

Die Holzer-Familie liefert inzwischen im Familienpack

Vor dem Hauptkampf durfte auch Jan Holzer ran – kleiner Bruder, Amateurstatus, aber offenbar bereits mit eingebautem Abrisskommando ausgestattet.

Der Berliner Gegner Paul Kulze wurde zunächst weichgekocht und anschließend mit linken Haken aus dem Leben geschubst. Hannover jubelte, als hätte gerade jemand Freibier angekündigt.

Langsam entsteht der Eindruck, dass die Holzer-Brüder nicht trainieren, sondern nachts heimlich Betonwände verprügeln.

Hannover zwischen Technik, Chaos und Vollkontakt-Poesie

Auch sonst bot der Abend alles, was Kampfsportfans lieben: wilde Knockouts, überforderte Ringrichter und Menschen, die freiwillig Dinge tun, für die normale Bürger sofort einen Orthopäden bräuchten.

Altin „Deadshot“ Zenuni machte kurzen Prozess und schickte seinen Gegner nach wenigen Treffern in eine spirituelle Zwischenwelt. Danach diskutierte man minutenlang, ob der Schlag legal war oder nicht – was im MMA ungefähr so überraschend ist wie Regen im November.

Justin Detzel gewann derweil mit einem „Suloev Stretch“ – einer Technik, die klingt wie ein Yoga-Kurs, sich aber eher anfühlt wie ein Verkehrsunfall fürs Bein.

Fazit: Hannover lebt – und zwar gefährlich

Am Ende blieb ein Abend voller Schläge, Emotionen und erstaunlich vieler Menschen, die freiwillig in Käfige steigen. Hannover bekam seinen großen MMA-Abend – und Max Holzer bekam endgültig den Status des Lokalhelden mit eingebauter Abrissbirne.

Oder wie man es in Niedersachsen vermutlich formuliert:

„War schon ganz ordentlich.“

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