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Wagenknechts letzter Trumpf? Der Glanz ist längst verblasst

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Es gab einmal eine Zeit, da konnte Sahra Wagenknecht mit einem einzigen Fernsehauftritt Schlagzeilen dominieren. Heute scheint sie eher damit beschäftigt zu sein, politische Rettungsringe auszuwerfen – und zwar ausgerechnet in Richtung AfD.

Das BSW präsentiert sich inzwischen wie ein Gebrauchtwagenhändler kurz vor Ladenschluss: „Brandmauer? Braucht doch keiner. Überparteiliche Ministerpräsidenten? Haben wir im Angebot. Wechselnde Mehrheiten? Gibt’s gratis dazu.“

Politisch mag das originell gemeint sein. Vertrauensbildend wirkt es eher nicht.

Denn wer auf Sahra Wagenknecht setzt, setzt inzwischen kaum noch auf Berechenbarkeit. Erst Anti-Establishment, dann Regierungsoptionen, heute Distanz, morgen Dialog – wer da noch den Überblick behält, verdient eigentlich einen Politikwissenschaftspreis.

Vor allem aber wirkt der einstige politische Glanz der BSW-Gründerin inzwischen deutlich verblasst. Die Umfragen sprechen eine klare Sprache: Während das BSW vielerorts um den Parlamentseinzug kämpft, ist von der einst beschworenen politischen Zeitenwende wenig geblieben. Aus dem großen Aufbruch ist vielerorts ein Überlebenskampf geworden.

Und genau deshalb wirkt das aktuelle Werben um politische Aufmerksamkeit wie der Versuch, mit möglichst viel Lärm noch einmal ins Rampenlicht zurückzukehren. Hauptsache, man spielt noch irgendwie mit.

Ob das am Ende eine tragfähige Strategie ist? Zweifel sind erlaubt.

Denn stabile Politik entsteht nicht durch taktische Winkelzüge oder ständig neue Rollenbilder. Sie lebt von Verlässlichkeit. Und genau daran mangelt es dem BSW derzeit am meisten.

Wer Verantwortung für ein Bundesland oder gar für Deutschland übernehmen will, muss vor allem eines sein: berechenbar.

Genau dieses Attribut verbinden mittlerweile immer weniger Menschen mit Sahra Wagenknecht. Ihr politischer Stern leuchtet längst nicht mehr so hell wie noch vor wenigen Jahren. Statt Aufbruch vermittelt das BSW heute häufig den Eindruck einer Partei auf der Suche nach ihrer eigenen Rolle.

Vielleicht ist das eigentliche Problem also gar nicht die Frage, mit wem man regieren möchte.

Sondern ob überhaupt noch genügend Wähler darauf vertrauen, dass Sahra Wagenknecht morgen noch dieselbe politische Richtung vertritt wie heute.

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