Auf Europas größter Startup- und Technologiemesse VivaTech 2026 drehte sich nicht alles um Künstliche Intelligenz, Robotik oder neue Geschäftsmodelle. Ein viel beachtetes Panel von Euronews mit Spitzenvertreterinnen von L’Oréal und PwC rückte ein anderes Thema in den Mittelpunkt: Wie bleiben Menschen und Unternehmen langfristig leistungsfähig?
Unter dem Titel „Longevity-Tipps für persönliche Vitalität und geschäftliche Resilienz“ diskutierten Delphine Viguier, Chief Innovation and Prospective Officer bei L’Oréal, und Pauline Adam-Kalfon, Chief Innovation and Impact Officer bei PwC Frankreich und Maghreb, über die Parallelen zwischen persönlicher Gesundheit und unternehmerischer Zukunftsfähigkeit.
„Ich habe mehr Falten als mein Businessplan“, scherzte Viguier zu Beginn der Diskussion. Hinter dem Humor steckte jedoch eine ernste Botschaft: Wer langfristig erfolgreich bleiben will, muss bereit sein, Gewohnheiten zu hinterfragen und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Für Unternehmen bedeutet das nach Ansicht der L’Oréal-Managerin vor allem, Innovationen zu fördern, neue Ideen von außen zuzulassen und Kreativität aktiv zu unterstützen. Adam-Kalfon ergänzte, dass erfolgreiche Transformation häufig mit dem Weglassen beginne. Unternehmen müssten sich von überholten Prozessen und Projekten trennen, die keinen echten Mehrwert mehr schaffen.
Ein zentrales Thema war die Nutzung von Daten und Künstlicher Intelligenz. Beide Expertinnen betonten, dass datenbasierte Entscheidungen Unternehmen davor schützen, jedem kurzfristigen Trend hinterherzulaufen. L’Oréal analysiert inzwischen riesige Datenmengen mithilfe von KI, um Marktveränderungen frühzeitig zu erkennen und Fehler nicht zu wiederholen.
PwC verwies auf aktuelle Studienergebnisse, wonach lediglich rund 20 Prozent der Unternehmen fast drei Viertel des gesamten wirtschaftlichen Nutzens von KI abschöpfen. Erfolgreiche Unternehmen nutzen KI nicht nur zur Effizienzsteigerung, sondern gezielt zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und Wachstumsstrategien.
Darüber hinaus wurde die Bedeutung von Vielfalt hervorgehoben. Unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen seien sowohl für Menschen als auch für Organisationen ein entscheidender Faktor für Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft.
Deutschland als Partnerland der VivaTech
Parallel dazu präsentierte sich Deutschland als offizielles Partnerland der VivaTech 2026. Unter dem Motto „United by Tech“ stellten sich auf rund 900 Quadratmetern mehr als 200 deutsche Startups sowie zahlreiche Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Bundesländer vor.
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger betonte die Bedeutung technologischer Souveränität Europas. Deutschland und Frankreich müssten gemeinsam die Rahmenbedingungen schaffen, damit innovative Unternehmen in Europa wachsen und globale Marktführer werden können.
Auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche unterstrich die Rolle von Künstlicher Intelligenz, Deep Tech und klimafreundlichen Technologien für die Wettbewerbsfähigkeit Europas. Forschungsministerin Dorothee Bär hob hervor, dass wissenschaftliche Exzellenz schneller in marktfähige Produkte und erfolgreiche Unternehmen überführt werden müsse.
Mehr als nur Technologie
Die Diskussion auf der VivaTech machte deutlich: Zukunftsfähigkeit entsteht nicht allein durch neue Technologien. Entscheidend sind auch Anpassungsfähigkeit, Innovationsbereitschaft und die Fähigkeit, Veränderungen aktiv zu gestalten.
Ob im persönlichen Leben oder im Unternehmen – die zentrale Erkenntnis des Panels lautete: Wer seine Energie, seine Daten und seine Gewohnheiten kontinuierlich überprüft und weiterentwickelt, erhöht seine Chancen auf langfristigen Erfolg. Die eigentliche Formel für Langlebigkeit besteht also weder aus Wundermitteln noch aus KI allein, sondern aus der Bereitschaft, sich immer wieder neu z
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