Der japanische Yen hatte zuletzt offenbar beschlossen, einmal gründlich zu testen, wie tief eine Währung eigentlich fallen kann. Das Ergebnis: ziemlich tief. Gegenüber dem US-Dollar erreichte er den schwächsten Stand seit rund 40 Jahren.
Nun schritten Japan und die USA gemeinsam zur Tat. In einer seltenen Gemeinschaftsaktion kauften beide Länder Yen, um den Kurs zu stabilisieren. Offiziell ging es darum, „übermäßige Volatilität und ungeordnete Bewegungen“ einzudämmen.
Auf gut Deutsch: Der Yen machte, was er wollte, und die Regierungen fanden das plötzlich nicht mehr lustig.
Japans Finanzministerin Satsuki Katayama bestätigte, dass die Aktion eng mit den Vereinigten Staaten abgestimmt worden sei. Weitere Eingriffe seien möglich, falls sich die Währung erneut benehme wie ein Einkaufswagen mit kaputtem Rad.
Eine schwache Währung hat für Japan durchaus Vorteile. Exporte werden im Ausland günstiger, was Unternehmen beim Verkauf ihrer Autos, Maschinen und Elektronikprodukte hilft. Gleichzeitig wird jedoch alles teurer, was Japan importieren muss.
Das betrifft Energie, Rohstoffe, Lebensmittel und viele andere Waren. Für die japanische Bevölkerung bedeutet ein schwacher Yen deshalb vor allem: Das Geld ist noch da, aber es kann weniger.
US-Präsident Donald Trump nutzte die Gelegenheit, um die ausgezeichneten Beziehungen zwischen Washington und Tokio zu loben. Japan habe ein wenig Unterstützung gebraucht, und die USA seien selbstverständlich zur Stelle gewesen.
Das klingt beinahe so, als habe Japan den Nachbarn um eine Tasse Zucker gebeten und stattdessen eine Devisenmarktintervention erhalten.
Trump erklärte außerdem, der Eingriff helfe nicht nur Japan, sondern gleich der gesamten Weltwirtschaft. Das ist praktisch, denn politische Maßnahmen wirken besonders überzeugend, wenn sie nicht bloß einem Land, sondern vorsorglich der ganzen Menschheit dienen.
Ob die gemeinsame Aktion den Yen dauerhaft stabilisiert, bleibt abzuwarten. Devisenmärkte sind bekanntlich schwer zu beeindrucken. Sie nehmen staatliche Milliarden zwar gerne entgegen, entscheiden anschließend aber trotzdem selbst, in welche Richtung sie laufen.
Für den Moment lautet die Botschaft jedoch: Japan und die USA stehen zusammen.
Der Yen bekommt Unterstützung, die Exporteure bekommen Hoffnung und die Verbraucher bekommen weiterhin höhere Importpreise.
Sollte die Währung erneut abstürzen, dürfte die nächste Rettungsaktion bereits vorbereitet sein.
Vielleicht gibt es dann neben Yen-Käufen auch ein internationales Motivationsseminar unter dem Titel:
„Du bist mehr wert, als der Markt gerade glaubt.“
Dieser Text ist eine satirische Glosse. Die zugrunde liegenden Aussagen zur Währungsintervention werden humoristisch zugespitzt.
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