In einem Drama irgendwo zwischen House of Cards und Streit im Sandkasten hält SPD-Chef Lars Klingbeil eisern an seiner Wunschkandidatin fürs Bundesverfassungsgericht fest: Prof. Frauke Brosius-Gersdorf, bekannt für ihren juristischen Scharfsinn, ihre akademischen Titel – und, nun ja, Google-Treffer zum Stichwort „Plagiat“.
Doch für Klingbeil ist alles klar: „Bedenken? Ausgeräumt! Zeit? Reif! Wahl? Wiederholen!“ Schließlich wolle man sich nicht von rechten Netzwerken diktieren lassen, wer in Karlsruhe das letzte Wort haben darf. Und überhaupt: „Es geht um Prinzipien!“ – also solche mit Parteibuch und Promotionsurkunde.
Union: „Rückzug klingt gut.“
Die CDU/CSU, anfangs noch treu an Brosius-Gersdorfs Seite, hat inzwischen offenbar kalte Füße bekommen – oder kalte Anrufe. Statt Rückhalt gibt’s Rückzug: „Vielleicht doch nicht. Vielleicht jemand anderes. Vielleicht später.“
Friedrich Merz, Bundeskanzler mit Präzisionszunge und Pokerface, bleibt diplomatisch still – während Klingbeil der Bild am Sonntag erklärt, man habe eine „sehr enge und vertrauensvolle Abstimmung“. Was in Koalitionssprache ungefähr so viel heißt wie: Wir haben uns seit Dienstag nicht angeschrien.
Brosius-Gersdorf: Bundesverfassungsgericht oder Buhfrau der Woche?
Die Staatsrechtlerin aus Potsdam sitzt derweil in der politischen Warteschleife – zwischen Kanzlerflüsterern, Koalitionsknatsch und Copy-Paste-Gerüchten. Ob sie noch will? Oder schon längst lieber ein Sabbatjahr auf den Färöer-Inseln plant?
Jedenfalls: Die Wahl wurde kurzfristig gestrichen, die Ampel zuckt mit den Schultern, die Union mit den Augenbrauen – und Klingbeil mit dem ganzen Gesicht.
Klingbeils Koalitions-Kodex: Disziplin statt Drama
Trotz des juristischen Zoffes gibt sich Klingbeil als Fels in der Brandung des Parlamentsbetriebs:
„Es wird die ganze Legislatur über schwierige Abstimmungen geben“, sagt er.
Kein Witz. Die erste fängt mit „Frauke“ an und endet in Karlsruhe – oder nirgendwo.
Fazit:
Die SPD will wählen, die Union will warten, Brosius-Gersdorf will vielleicht nur ihre Ruhe. Und der Bundestag? Der streicht weiter Tagesordnungspunkte wie in einer schlecht organisierten WG.
Verfassungsrechtlich ist das alles fragwürdig – aber dramaturgisch ein Meisterwerk.
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