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Zoff bei den French Open: Kein Handschlag nach Streit um Ballabdruck

moerschy (CC0), Pixabay
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Bei den French Open hat es nach dem Match zwischen Deutschlands Tamara Korpatsch und der Chinesin Wang Xinyu mächtig gekracht. Statt fairer Gratulation gab es am Ende böse Blicke, Diskussionen — und keinen Handschlag.

Korpatsch gewann die hitzige Zweitrundenpartie mit 6:2, 2:6 und 6:3, doch sportlich geriet das Match fast in den Hintergrund. Der große Streitpunkt: ein umstrittener Ballabdruck auf dem Sandplatz.

Anders als bei den anderen Grand-Slam-Turnieren gibt es in Paris weiterhin kein vollständiges elektronisches Linien-System. Stattdessen schauen sich Schiedsrichter die Ballabdrücke im Sand an — und genau das sorgte diesmal für Ärger.

Wang Xinyu war mit einer Entscheidung überhaupt nicht einverstanden und lief kurzerhand selbst auf die Platzhälfte ihrer Gegnerin, um den Ballabdruck zu kontrollieren. Dafür kassierte sie vom Publikum Buh-Rufe und vom Schiedsrichter eine Verwarnung wegen unsportlichen Verhaltens.

Besonders brisant:
Der Punkt brachte Korpatsch einen Satzball.

Nach dem Spiel eskalierte die Stimmung erneut am Netz. Statt des üblichen Handschlags trennten sich beide Spielerinnen demonstrativ ohne jede sportliche Geste.

Korpatsch zeigte sich danach deutlich verärgert über die Vorwürfe ihrer Gegnerin. Offenbar hatte Wang angedeutet, die Deutsche habe unfair gehandelt.

„Für mich wäre es peinlich zu betrügen“, sagte Korpatsch anschließend. Laut ihrer Darstellung seien sowohl der Schiedsrichter als auch Hawk-Eye eindeutig zu dem Ergebnis gekommen, dass der Ball im Aus gewesen sei.

„Wir haben einen der besten Schiedsrichter auf dem Platz und überall Kameras. Ich wüsste gar nicht, wie man da betrügen sollte“, erklärte die Deutsche.

Besonders überrascht zeigte sich Korpatsch darüber, weil beide Spielerinnen bislang eigentlich ein gutes Verhältnis gehabt hätten:
„Wir sind keine Feinde.“

Doch spätestens nach diesem Match dürfte die Stimmung zwischen beiden deutlich frostiger geworden sein. Denn im Tennis gilt normalerweise eine Regel fast als heilig:
Man kann sich streiten, fluchen und diskutieren — aber am Ende gibt man sich die Hand.

Diesmal eben nicht.

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