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Verbraucher sollten halt einfach andere Schokolade kaufen

pixelheart (CC0), Pixabay
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Große Aufregung um Milka: Die berühmte lila Tafel ist geschrumpft. Statt 100 Gramm gibt’s jetzt vielerorts nur noch 90 Gramm Schokolade – allerdings weiterhin verpackt mit der beruhigenden Aura von „alles wie immer“.

Die Verbraucherzentrale spricht deshalb von Täuschung und zog vor Gericht. Der Hersteller wiederum erklärt sinngemäß:
„Steht doch drauf.“

Und damit ist die moderne Lebensmittelphilosophie eigentlich perfekt zusammengefasst.

Die große Schoko-Magie

Das Prinzip ist simpel:
Die Packung sieht fast gleich aus, der Preis sowieso – nur der Inhalt macht heimlich Diät.

„Shrinkflation“ nennt sich das offiziell.
Früher hätte man vermutlich einfach gesagt:
„Weniger drin, gleicher Preis, viel Spaß.“

Milka gewann dafür bereits den Titel „Mogelpackung des Jahres“, was ungefähr der Oscar für kreative Kundenverwirrung ist.

Der Verbraucher: überrascht wie jedes Jahr

Besonders faszinierend:
Jedes Mal tun alle völlig schockiert, wenn Konzerne genau das machen, wofür Konzerne weltweit bekannt sind – nämlich möglichst viel Geld verdienen.

Die eigentliche Überraschung wäre inzwischen eher:
„Großer Lebensmittelhersteller senkt Preise freiwillig.“

Vielleicht einfach… andere Schokolade kaufen?

Die Lösung wäre eigentlich brutal einfach:
Wenn Kunden keine Lust auf 90-Gramm-Philosophie haben, könnten sie einfach andere Marken kaufen.

Unglaubliches Konzept, ich weiß.

Denn am Ende versteht die Industrie eine Sprache besonders gut:
Nicht Gerichtsakten.
Nicht empörte Facebook-Kommentare.
Nicht Talkshows mit empörten Verbraucherschützern.

Sondern:
liegenbleibende Schokolade im Supermarktregal.

Gericht entscheidet über 10 Gramm Weltgeschichte

Nun beschäftigt sich also ernsthaft ein Gericht mit der Frage, ob zehn verschwundene Gramm eine „relative Mogelpackung“ sind.

Relative Mogelpackung klingt übrigens wie eine Diagnose aus der Verpackungspsychologie.

Der Hersteller betont derweil stolz, die neue Grammzahl stehe „klar sichtbar“ auf der Packung.
Das stimmt vermutlich auch.
Irgendwo zwischen Zutatenliste, Recyclinghinweis und der traurigen Wahrheit.

Die Zukunft des Einkaufens

Falls sich der Trend fortsetzt, kaufen Verbraucher 2030 vermutlich:

  • Luft mit Kakao-Aroma
  • Familienpackungen für Singles
  • und XXL-Angebote mit drei Bissen Inhalt.

Aber immerhin bleibt die Verpackung schön groß.
Man soll die Inflation schließlich nicht so merken.

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