Seit Toni Kroos nicht mehr bei Real Madrid spielt, wirkt der Klub ungefähr so stabil wie ein Gartenstuhl auf Glatteis. Titel? Fehlanzeige. Ruhe? Noch weniger.
Der ehemalige Nationalspieler beobachtet das Drama inzwischen aus sicherer Distanz – und leidet hörbar mit. Zwei Jahre ohne große Trophäe seien bei Real „nicht akzeptabel“, erklärte Kroos in seinem Podcast. Für Madrider Verhältnisse entspricht das ungefähr einer nationalen Notlage.
Seit Kroos’ Rücktritt gewann Real nur noch kleinere Pokale, die in Madrid ungefähr denselben emotionalen Stellenwert haben wie ein Trostpreis beim Schulfest.
Barcelona hingegen sammelt Meisterschaften ein wie Payback-Punkte, während Real in der Champions League inzwischen regelmäßig früher Feierabend macht als deutsche Behörden am Freitagnachmittag.
Die Saison bot alles:
Trainerentlassung, interne Machtkämpfe und eine Kabinen-Auseinandersetzung zwischen Federico Valverde und Aurélien Tchouaméni, die derart eskalierte, dass ein Spieler mit Schädel-Hirn-Trauma ausfiel.
Beide kassierten 500.000 Euro Strafe – was bei Real ungefähr einer emotionalen Verwarnung entspricht.
Doch damit nicht genug:
Nach der 0:2-Pleite gegen Barcelona berief Präsident Florentino Pérez hektisch eine Pressekonferenz ein. Ganz Spanien fragte sich:
Tritt er zurück?
Natürlich nicht.
Stattdessen kündigte der 79-Jährige Neuwahlen an – bei denen er selbstverständlich wieder kandidiert. Eine Art demokratische Vertrauensfrage nach dem Motto:
„Niemand glaubt mehr an mich – außer ich selbst.“
Dann begann Pérez einen verbalen Feldzug gegen die Medien, der streckenweise klang, als hätte Donald Trump plötzlich den Vorsitz bei Real Madrid übernommen.
Die Presse betreibe eine „Kampagne“ gegen ihn, wetterte Pérez. Besonders die Zeitung „ABC“ bekam ihr Fett weg. Journalisten hielten sich für wichtig, würden aber keinerlei Einfluss auf Real haben, erklärte er – auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz vor dutzenden Journalisten.
Besonders peinlich:
Pérez beschimpfte minutenlang einen Reporter eines angeblich feindlichen Mediums – bis sich herausstellte, dass der Mann gar nicht dort arbeitete.
Parallel kursieren bereits die obligatorischen José-Mourinho-Gerüchte. Der Portugiese gewinnt zwar selbst kaum noch Titel, aber genau das scheint ihn inzwischen erst recht für Real Madrid zu qualifizieren.
Und irgendwo sitzt Toni Kroos vermutlich zuhause, schaut auf dieses royale Chaos und denkt sich:
„Gut, dass ich rechtzeitig gegangen bin.“
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