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Mit Verbrechen Geld verdienen

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay
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Nach dem massiven Hackerangriff auf die Lernplattform Canvas hat der Softwareanbieter Instructure offenbar eine Vereinbarung mit den Angreifern getroffen, um die Veröffentlichung gestohlener Daten zu verhindern. Das Unternehmen bestätigte, man habe sich mit den Hackern geeinigt. Diese hätten zugesichert, die erbeuteten Daten gelöscht zu haben und keine Studenten oder Bildungseinrichtungen weiter zu erpressen.

Der Cyberangriff hatte vergangene Woche weltweit tausende Hochschulen und Schulen getroffen. Betroffen waren nach Schätzungen rund 9.000 Einrichtungen in den USA, Kanada, Australien und Großbritannien. Besonders in den USA kam es zu erheblichen Störungen während laufender Prüfungen.

Die Hackergruppe „Shiny Hunters“ hatte damit gedroht, rund 3,5 Terabyte sensibler Daten von Studenten und Universitäten im Internet zu veröffentlichen. Auf Bildschirmen erschien während laufender Prüfungen eine Lösegeldforderung in Bitcoin.

Zwar sprechen weder Instructure noch die Angreifer ausdrücklich von einer Lösegeldzahlung. Doch Experten gehen davon aus, dass finanzielle Zugeständnisse Teil der Einigung waren. Cyber-Erpressergruppen wie Shiny Hunters arbeiten typischerweise mit Bitcoin-Zahlungen, die nach Verhandlungen über verschlüsselte Chats erfolgen.

Instructure verteidigte das Vorgehen. Man habe „jeden möglichen Schritt“ unternehmen wollen, um Studenten und Bildungseinrichtungen zu schützen. Nach Angaben des Unternehmens seien die Daten zurückgegeben worden. Zudem habe man eine „digitale Bestätigung der Datenlöschung“ erhalten. Einzelne Studenten oder Universitäten müssten daher nicht selbst mit den Erpressern verhandeln.

Sicherheitsbehörden weltweit raten jedoch grundsätzlich davon ab, Lösegeld an Hacker zu zahlen. Solche Zahlungen finanzieren weitere Angriffe und bieten keine Garantie dafür, dass gestohlene Daten tatsächlich gelöscht werden. In der Vergangenheit hatten Hackergruppen trotz Zahlungen Kopien sensibler Daten behalten oder weiterverkauft.

Besonders brisant war der Angriff, weil Studenten direkt betroffen waren. Zahlreiche Nutzer verloren während Prüfungen den Zugriff auf die Plattform. Teilweise wurden Online-Klausuren unterbrochen.

Die Meteorologie-Studentin Aubrey Palmer von der Mississippi State University schilderte der BBC, wie mitten während einer Prüfung plötzlich die Nachricht erschien: „Shiny Hunters has breached Instructure (again).“ Viele Studenten hätten zunächst geglaubt, ihre eigenen Computer seien gehackt worden.

An mehreren Universitäten mussten Prüfungen verschoben werden, damit Studenten verlorene Arbeiten rekonstruieren konnten.

Die Gruppe Shiny Hunters zählt zu den bekanntesten Cyber-Erpresserbanden weltweit. Sie wird mit Angriffen auf Unternehmen wie Jaguar Land Rover und Gucci in Verbindung gebracht. Nach Angaben der BBC kommunizieren die Mitglieder auf Englisch und gelten als vergleichsweise jung.

Besonders alarmierend: Die Hacker behaupten, Canvas bereits mehrfach kompromittiert zu haben. Schon 2025 hatte Instructure einen Sicherheitsvorfall eingeräumt. Auch im April 2026 soll es laut den Angreifern erneut eine erfolgreiche Attacke gegeben haben.

Wie hoch die mögliche Zahlung an die Hacker ausfiel, bleibt bislang offen. Shiny Hunters verweigerte dazu jede Auskunft.

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