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USA streicht Zollfreigrenze: Trumps neuer Zollschock trifft Verbraucher direkt im Portemonnaie

geralt (CC0), Pixabay
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Seit Mitternacht ist Schluss mit zollfreiem Shopping aus Fernost: Die USA haben die sogenannte „de minimis“-Regelung für Importe aus China und Hongkong aufgehoben – ein Schritt, der Millionen von Online-Shoppern direkt trifft und für massive Preissteigerungen bei Bestellungen über Plattformen wie Shein, Temu und AliExpress sorgt.

Bis zu 145 % Zoll: Billig-Shopping war gestern

Die bisherige Regel erlaubte es, Waren im Wert von bis zu 800 US-Dollar ohne Zoll und mit minimaler Kontrolle einzuführen. Diese Ausnahme ist nun Geschichte. Stattdessen greifen ab sofort Basistarife von bis zu 145 % – bei bestimmten Zustelldiensten wie USPS fallen zudem pauschale Gebühren von zunächst 100, ab Juni sogar 200 US-Dollar pro Paket an.

Für Verbraucher heißt das: Der nächste Warenkorb aus Fernost könnte mehr als doppelt so teuer werden wie bisher – und deutlich länger unterwegs.

Plötzlich spürbar: Handelskrieg trifft nun alle

Während Trumps Zölle bislang eher symbolische Bedeutung hatten oder Unternehmen trafen, wird der Wegfall der Freigrenze jetzt für alle sichtbar – auf jeder Quittung. Betroffen sind alltägliche Produkte wie Kleidung, Spielzeug, Haushaltswaren und Elektronik, die millionenfach aus China bestellt werden.

Laut der US-Zollbehörde kamen allein im letzten Fiskaljahr 1,36 Milliarden Pakete unter der bisherigen Regelung ins Land – fast alle aus China. Über 80 % aller E-Commerce-Sendungen in die USA liefen über diese Ausnahmeregelung.

Am härtesten trifft es ärmere Haushalte

Laut Studien gingen 48 % der zollfreien Sendungen in die ärmsten US-Postleitzahlengebiete, während nur 22 % in wohlhabendere Regionen geliefert wurden. Günstige Online-Shops wie Temu und Shein wurden so zum Rettungsanker für viele mit kleinem Budget.

„Ich kann mir jetzt weder Temu noch amerikanische Läden leisten“, sagt die 64-jährige Rentnerin Rena Scott aus Virginia gegenüber CNN.

Händler und Logistik unter Druck

Schon im Vorfeld hoben Shein und Temu vereinzelt ihre Preise – als Reaktion auf die kommenden Zölle. Temu versucht nun, mehr lokale Verkäufer zu integrieren, um Zölle zu umgehen. Doch wie lange das Preismodell stabil bleibt, ist unklar.

Auch DHL, UPS, FedEx und USPS rüsten personell auf – denn die Anzahl der nötigen Zollabwicklungen dürfte explodieren. Allein die US-Zollbehörde rechnet mit 4 Millionen betroffenen Sendungen täglich.

Politischer Preis für Trumps „Big Deal“

Während Trump die Reform bei einem Kabinettstreffen als „großen Coup“ und das bisherige Modell als „Schwindel“ bezeichnete, mehren sich kritische Stimmen. Laut einer CNN-Umfrage vom April sagen 59 % der US-Amerikaner, dass Trumps Politik die wirtschaftliche Lage verschlechtert hat. 60 % sehen sie als Preistreiber im Alltag.

Die Frage ist nun: Wie lange trägt die Bevölkerung die wirtschaftlichen Konsequenzen patriotischer Handelspolitik mit?

Für viele beginnt heute ein neues Kapitel beim Online-Shopping – mit Zollgebühren, Lieferverzögerungen und einem bitteren Beigeschmack. Trumps Krieg gegen Billigimporte trifft damit ausgerechnet jene am härtesten, die am meisten auf günstige Angebote angewiesen sind.

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