Ein Kommentar, gespickt mit Sarkasmus
Offenbar ist es gar nicht so einfach, ein Land wirtschaftlich „wieder großartig“ zu machen, wenn gleichzeitig die eigenen Investoren reihenweise das Weite suchen. Genau das passiert derzeit in den USA, wo Präsident Donald Trumps neueste Zoll- und Wirtschaftsoffensive nicht nur diplomatisch, sondern zunehmend auch finanziell ins Leere läuft. Große internationale Pensionsfonds – die bekanntlich nur aus purer Langeweile Milliarden hin- und herschieben – haben begonnen, ihr Geld aus dem „Land der unbegrenzten Handelshemmnisse“ abzuziehen.
Laut Financial Times haben etwa der Canada Pension Plan Investment Board und ein nicht näher genannter dänischer Fonds beschlossen, ihre US-Investitionen im sogenannten Private Market „neu zu evaluieren“. Was übersetzt so viel heißt wie: „Danke, aber nein danke – wir kommen wieder, wenn ihr euch beruhigt habt.“ Als Grund werden – wie könnte es anders sein – „wirtschaftliche Unsicherheit“ und die Furcht vor Steuerkapriolen und außenpolitischen Nebelgranaten à la Grönlandkauf genannt. Verständlich, wer will schon sein Portfolio in einem Land parken, dessen Präsident den nächsten geopolitischen Einkaufszettel womöglich in der Arktis schreibt?
Von der Wall Street nach Kopenhagen – mit Zwischenstopp in der Realität
Dänemark – sonst eher für Hygge und Smørrebrød bekannt – wird zur neuen Investment-Wohlfühloase. Allein PensionDanmark verlagerte umgerechnet rund 1,87 Milliarden Euro gen Europa. Velliv hat sich sogar ganz von US-Rüstungsaktien verabschiedet – eine Art höflicher Investoren-Mittelfinger mit nordischem Akzent.
Die große Flucht ist jedoch nicht auf dänische Gemütlichkeit beschränkt. Auch andere europäische Fonds wie AkademikerPension oder Danica Pension wenden sich lieber kleinen, unscheinbaren europäischen Unternehmen zu – also solchen, die nicht gerade durch aggressive Handelspolitik auffallen.
US-Staatsanleihen: Früher sicher, heute ein bisschen… unsexy
Die einst als Fels in der Brandung geltenden US-Staatsanleihen sind inzwischen zu Wackelpudding mit Flaggenmotiv mutiert. Ihre Kurse sinken, das Vertrauen in Washingtons Planwirtschaft light bröckelt – und gleichzeitig verliert der Dollar an Wert. Für gewöhnlich ist das eine dieser seltenen Kombinationen, die selbst erfahrene Anleger zum Stirnrunzeln bringen.
Und weil man das Ganze noch toppen kann, hält nun ausgerechnet Japan über eine Billion Dollar an US-Schulden, dicht gefolgt von China – jenem Land, das Trump gerade mit Rekordzöllen überzieht. Klingt nach einer großartigen Idee: Erst provozieren, dann hoffen, dass der andere brav die Staatskasse füttert.
Nachhaltigkeit? Bitte draußen bleiben.
Wer glaubte, Klimaschutz sei ein weltweites Thema, das auch Investoren ernst nehmen, wird in Trumps Parallelwelt eines Besseren belehrt. Für die Net Zero Asset Owner Alliance, in der viele dieser Pensionsfonds Mitglied sind, ist Trumps energiepolitische 180-Grad-Wende ungefähr so attraktiv wie Kohlekraftwerke im Kinderzimmer.
Denn – man höre und staune – es geht diesen Fonds nicht um Ideologie, sondern um knallharte Rendite. Und die ist unter einem Präsidenten, der CO₂ als patriotisches Parfüm versteht, eher schwierig zu finden.
Fazit:
Amerika, du wolltest wirtschaftlich wieder „great“ sein. Jetzt bist du vor allem eins: großartig unattraktiv für kluge Anleger. Aber hey – vielleicht kommt ja bald jemand und kauft das Ganze auf. Vielleicht Grönland?
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