Startseite Allgemeines Ferrari baut jetzt Elektroautos – oder wie man aus einem Raubtier ein Ladekabel macht
Allgemeines

Ferrari baut jetzt Elektroautos – oder wie man aus einem Raubtier ein Ladekabel macht

Up-Free (CC0), Pixabay
Teilen

Also ganz ehrlich:
Wenn ich elektrisch Ferrari fahren will, dann hole ich mir einfach mein ferngesteuertes Auto aus der Kindheit wieder aus dem Keller. Das hatte auch einen kleinen Elektromotor, machte „surr surr“ – und niemand kam damals auf die Idee, dafür 550.000 Euro zu verlangen.

Ferrari und Elektro?
Das klingt ungefähr so logisch wie:

  • Espresso ohne Koffein,
  • Stadionwurst aus Tofu
    oder
  • Heavy Metal mit Blockflöte.

Jetzt also der neue Ferrari „Luce“. Italienisch für „Licht“. Nach dem Börsenkurs zu urteilen eher:
„Licht aus“.

Denn kaum hatte Ferrari den ersten Stromer vorgestellt, rauschte die Aktie erstmal ordentlich nach unten. Offenbar dachten sich viele Anleger:
„Moment mal… das Ding fährt zwar schnell, aber wo ist eigentlich der Ferrari geblieben?“

Denn genau darum geht’s doch:
Ein Ferrari lebt nicht von einem Zentraldisplay im Apple-Look oder einem lautlosen Elektroantrieb. Ein Ferrari lebt von:

  • Gänsehaut,
  • Vibration,
  • Benzingeruch,
  • infernalischem Motorensound
    und dem Gefühl, dass hinter einem gleich ein Formel-1-Rennwagen explodiert.

Stattdessen bekommt man jetzt:
ein futuristisches Wohnzimmer auf Rädern mit 1000 PS und Lounge-Atmosphäre.

Fehlt eigentlich nur noch:
ein Soja-Latte-Halter und Yoga-Musik beim Laden.

Und natürlich versucht Ferrari jetzt verzweifelt zu erklären:
„Nein nein, das fühlt sich trotzdem wie ein Ferrari an.“

Klar.
Und mein Staubsauger fühlt sich bestimmt auch bald wie ein Lamborghini an.

Das eigentliche Problem ist doch:
Die klassischen Ferrari-Kunden wollen keinen leisen Elektrogleiter.
Die wollen Emotion.
Drama.
Lärm.
Pure Übertreibung.

Wer 550.000 Euro für ein Auto ausgibt, will doch nicht klingen wie ein vorbeifahrender Kühlschrank.

Und genau deshalb wirkt das Ganze so seltsam:
Ferrari versucht gerade gleichzeitig:

  • modern,
  • elektrisch,
  • nachhaltig
    und trotzdem
  • rebellisch,
  • laut
  • und mythologisch

zu sein.

Das funktioniert ungefähr so gut wie ein Veggie-Steak im Steakhouse.

Selbst Lamborghini tritt inzwischen auf die Bremse und merkt:
Der Luxus-Sportwagenmarkt hat auf den großen Elektro-Hype offenbar deutlich weniger Lust als Politiker und Marketingabteilungen.

Denn am Ende bleibt eine brutale Wahrheit:
Beschleunigung allein macht noch keinen Ferrari.

Sonst könnten wir alle auch einfach Achterbahn fahren.

Und deshalb gilt für viele Fans wohl weiterhin:
Wenn schon elektrisch, dann lieber ferngesteuert.
Aber ein echter Ferrari braucht Benzin, Krach und mindestens ein kleines bisschen Wahnsinn.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

BaFin warnt vor gray-summit-group(.)com – Verdacht auf unerlaubte Finanzgeschäfte

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt aktuell vor Angeboten auf der Website...

Allgemeines

Der „WM-Guru“ glaubt an Oranje: Warum die Niederlande Weltmeister werden sollen

Die Niederlande haben noch nie eine Fußball-Weltmeisterschaft gewonnen – obwohl viele Experten...

Allgemeines

VfB Stuttgart verpflichtet Bilal El Khannouss fest von Leicester City

Der VfB Stuttgart hat den marokkanischen Nationalspieler Bilal El Khannouss dauerhaft verpflichtet....

Allgemeines

Führungschaos bei BP: Konzernchef muss überraschend gehen

Beim britischen Energieriesen BP herrscht plötzlich Unruhe an der Konzernspitze. Der Aufsichtsratsvorsitzende...