Das US-Repräsentantenhaus hat einen weiteren Schritt zur Abschaffung der halbjährlichen Zeitumstellung unternommen. Mit 308 zu 117 Stimmen verabschiedeten die Abgeordneten am Dienstag den sogenannten „Sunshine Protection Act“. Das Gesetz sieht vor, die derzeit zwischen März und November geltende Sommerzeit dauerhaft beizubehalten.
Damit müssten die meisten Menschen in den Vereinigten Staaten ihre Uhren künftig nicht mehr zweimal im Jahr umstellen. Der Gesetzentwurf erhielt Unterstützung aus beiden großen Parteien. Während der abschließenden Auszählung spielte der republikanische Abgeordnete Scott DesJarlais, der die Sitzung leitete, auf seinem Mobiltelefon den Beatles-Song „Here Comes the Sun“.
Eingebracht worden war die Vorlage im Januar 2025 vom republikanischen Abgeordneten Vern Buchanan aus Florida. Er erklärte, die Zeitumstellung bringe die Tagesabläufe von Millionen Menschen ohne überzeugenden Grund durcheinander.
Nach der Zustimmung des Repräsentantenhauses muss nun der Senat über eine entsprechende Vorlage beraten. Der republikanische Senator Rick Scott, ebenfalls aus Florida, hatte dort bereits einen inhaltlich identischen Gesetzentwurf vorgelegt. Erst nach einer Zustimmung des Senats und der Unterzeichnung durch den Präsidenten könnte die Regelung in Kraft treten.
US-Präsident Donald Trump hatte sich wiederholt für ein Ende der Zeitumstellung ausgesprochen. In einem Beitrag in sozialen Medien erklärte er im Mai, die Menschen sollten sich nicht länger mit der zweimal jährlich notwendigen Anpassung der Uhren beschäftigen müssen. Die Umstellung verursache unnötigen Aufwand und zusätzliche Kosten.
Die Sommerzeit wurde in den Vereinigten Staaten erstmals während des Ersten Weltkriegs eingeführt. Durch das Vorstellen der Uhren sollte das Tageslicht am Abend länger genutzt und Energie eingespart werden. Nach dem Krieg wurde die Regelung zunächst wieder abgeschafft, im Zweiten Weltkrieg jedoch erneut eingeführt. Seit 1966 gelten landesweit weitgehend einheitliche Vorschriften.
Einige Bundesstaaten und Außengebiete beteiligen sich allerdings nicht an der Zeitumstellung. Dazu gehören Hawaii, der größte Teil Arizonas sowie Puerto Rico und die Amerikanischen Jungferninseln.
Kritiker einer dauerhaften Sommerzeit warnen vor sehr dunklen Wintermorgen. Besonders für Pendler und Schulkinder könnten dadurch zusätzliche Gefahren im Straßenverkehr entstehen. Befürworter der ganzjährigen Normalzeit verweisen zudem auf mögliche gesundheitliche Vorteile von mehr Tageslicht am Morgen. Ein stärker am natürlichen Hell-Dunkel-Rhythmus orientierter Tagesablauf könne sich positiv auf Schlaf und Wohlbefinden auswirken.
Weltweit stellt nur etwa ein Drittel aller Staaten die Uhren saisonal um. Nach Angaben des Pew Research Center liegt der Schwerpunkt vor allem in Europa. Dort verzichten unter anderem Island, Russland und die Türkei auf die halbjährliche Zeitumstellung. In Afrika nutzt derzeit nur Ägypten eine Sommerzeitregelung.
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