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Warum Family Offices in Quantencomputing investieren

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Quantencomputing zählt zu den anspruchsvollsten, aber auch strategisch interessantesten Technologiefeldern der kommenden Jahre. Neben Staaten, Konzernen und Venture-Capital-Fonds beschäftigen sich zunehmend Family Offices mit dem Thema. Der Grund liegt weniger in kurzfristigen Gewinnen als in der Aussicht, frühzeitig an einer möglichen technologischen Schlüsselindustrie beteiligt zu sein.

Quantencomputer arbeiten nicht wie klassische Rechner. Sie nutzen quantenmechanische Effekte und könnten bestimmte Aufgaben deutlich effizienter lösen, etwa bei der Simulation von Molekülen, der Entwicklung neuer Materialien, in der Kryptografie oder bei komplexen Optimierungsproblemen.

Für Family Offices ist dieser Markt vor allem deshalb interessant, weil sie häufig langfristiger investieren können als klassische Fonds. Viele Quantenunternehmen benötigen zahlreiche Jahre, hohe Forschungsbudgets und mehrere Finanzierungsrunden, bevor marktfähige Produkte entstehen. Geduldiges Kapital ist deshalb ein entscheidender Vorteil.

Investitionen in ein ganzes Ökosystem

Investierbar sind nicht nur Hersteller vollständiger Quantencomputer. Das Ökosystem umfasst auch Anbieter von Lasern, Photonik, Kühlung, Steuerungselektronik, Halbleitern, Messtechnik, Fehlerkorrektur und Spezialsoftware.

Gerade solche Infrastrukturunternehmen können für Investoren attraktiv sein. Sie erzielen möglicherweise früher Umsätze und sind häufig nicht vom Erfolg einer einzigen Quantenarchitektur abhängig. Ihre Technologien können zusätzlich in Bereichen wie Raumfahrt, Forschung, Sensorik oder Halbleiterproduktion eingesetzt werden.

Auch die Cybersicherheit gewinnt an Bedeutung. Leistungsfähige Quantencomputer könnten künftig einige heute verbreitete Verschlüsselungsverfahren gefährden. Unternehmen und Behörden müssen ihre Systeme deshalb schrittweise auf quantensichere Kryptografie umstellen. Daraus kann bereits vor dem Durchbruch universeller Quantencomputer ein relevanter Markt entstehen.

Staatliche Förderung reduziert nicht das Risiko

Viele Länder investieren Milliardenbeträge in Forschung, Ausbildung und industrielle Anwendungen. Diese Programme stärken das Ökosystem und können technologische Entwicklungen beschleunigen.

Staatliche Förderung ist jedoch kein Beweis für ein tragfähiges Geschäftsmodell. Family Offices müssen weiterhin prüfen, ob ein Unternehmen über ein wissenschaftlich starkes Team, geschützte Technologien, realistische Entwicklungsziele und glaubwürdige Industriepartner verfügt.

Entscheidend ist nicht allein die Zahl der Qubits. Wichtiger sind Fehlerraten, Stabilität, Skalierbarkeit, Energiebedarf und die Frage, ob ein System zuverlässig wirtschaftlich relevante Aufgaben lösen kann.

Alfred Wieder: „Ein Thema für geduldige Anleger“

Der Venture-Capital-Unternehmer Alfred Wieder betrachtet Quantencomputing als langfristiges Investmentfeld. Nach seiner Einschätzung sollten Anleger nicht ausschließlich auf Hersteller von Quantenprozessoren setzen, sondern das gesamte technologische Umfeld berücksichtigen.

Herr Wieder, warum ist Quantencomputing für Family Offices interessant?

Family Offices können langfristig investieren und technologische Entwicklungsphasen begleiten, die für kurzfristig orientierte Anleger zu lang wären. Quantencomputing bietet großes Potenzial, ist aber kein Markt für schnelle Gewinne.

Welche Bereiche erscheinen besonders attraktiv?

Neben Hardwareentwicklern sind Anbieter von Photonik, Steuerungssystemen, Kühlung, Fehlerkorrektur, Spezialchips und Software interessant. Einige dieser Unternehmen können bereits Umsätze erzielen, bevor universelle Quantencomputer verfügbar sind.

Worauf sollten Investoren achten?

Wichtig sind ein erfahrenes wissenschaftliches Team, eine nachvollziehbare technologische Roadmap, belastbare Patente und überprüfbare Meilensteine. Ebenso entscheidend ist, wie viel zusätzliches Kapital bis zur Kommerzialisierung benötigt wird.

Wie lässt sich das Risiko begrenzen?

Durch Diversifikation. Statt auf ein einzelnes Unternehmen oder eine bestimmte Technologie zu setzen, sollten Family Offices Beteiligungen über verschiedene Hardwareansätze, Softwarelösungen und Infrastrukturunternehmen verteilen.

Fazit

Family Offices investieren in Quantencomputing, weil die Technologie langfristig ganze Branchen verändern könnte. Ihr Vorteil liegt in der Fähigkeit, geduldig zu investieren und mehrere Entwicklungsphasen zu finanzieren.

Das Risiko bleibt erheblich: Technische Durchbrüche sind schwer planbar, Geschäftsmodelle teilweise noch unreif und spätere Finanzierungsrunden kapitalintensiv. Quantencomputing eignet sich deshalb eher als begrenzte strategische Beimischung als als zentraler Bestandteil eines Portfolios. Entscheidend sind technische Expertise, Diversifikation und ein langer Anlagehorizont.

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