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US-Bürgerin mit Green Card sitzt seit Jahren in russischem Straflager fest

Pic_Panther (CC0), Pixabay
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Fast vier Jahre nach ihrer Festnahme in Russland kämpft die Familie von Olga Jezler weiter um ihre Freilassung. Die 36-Jährige, die als dauerhafte Aufenthaltsberechtigte in den USA lebte, wurde 2022 in Moskau wegen Drogendelikten verurteilt. Angehörige, Menschenrechtsorganisationen und mehrere US-Politiker sprechen von einem politisch motivierten Verfahren.

Ihr Ehemann Harold Jezler versucht inzwischen auf allen Ebenen Druck aufzubauen. Bei einer Veranstaltung in Washington übergab er Mitarbeitern des Weißen Hauses einen Brief an US-Präsident Donald Trump. Darin bittet er eindringlich um Hilfe: „Bitte bringen Sie Olga nach Hause. Nur Sie können sie retten.“

Olga Jezler war 2022 nach Russland gereist, um ihre an Brustkrebs erkrankte Schwester zu unterstützen. Im Gepäck hatte sie unter anderem CBD-Öl, das in Russland streng verboten ist. Nach ihrer Ankunft am Flughafen Moskau wurde sie zunächst kontrolliert und wieder freigelassen. Einen Tag später wurde sie erneut vorgeladen – und schließlich festgenommen.

Russische Behörden warfen ihr Besitz und Schmuggel von Drogen vor. Ein Gericht verurteilte sie später zu zehn Jahren Haft in einer Strafkolonie. Ihre Familie zeigt sich bis heute fassungslos über das Urteil. Unterstützer vermuten, dass Russland gezielt Personen mit Verbindungen zu den USA festnimmt, um sie später als Druckmittel bei Verhandlungen einzusetzen.

Tatsächlich wurden seit Beginn des Ukrainekriegs mehrere US-Bürger und Personen mit amerikanischen Verbindungen in Russland inhaftiert. Einige von ihnen – darunter Basketballstar Brittney Griner oder Journalist Evan Gershkovich – kamen inzwischen durch Gefangenenaustausche frei.

Olga Jezler sitzt dagegen weiterhin im Gefängnis. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen ist sie derzeit die einzige Frau mit engen US-Bezügen, die noch in Russland festgehalten wird.

Ihr Mann beschreibt die Haftbedingungen als hart: kalte Duschen, permanente Überwachung, schwere körperliche Arbeit und kaum Privatsphäre. Die Kommunikation zwischen beiden sei schwierig, da Olga nur eingeschränkt Englisch sprechen dürfe und Harold selbst kaum Russisch verstehe. Viele ihrer Briefe müssten erst von Angehörigen übersetzt werden.

Inzwischen erhält Harold Unterstützung von ehemaligen Russland-Häftlingen. Die frühere Journalistin Alsu Kurmasheva sowie die russisch-amerikanische Tänzerin Ksenia Karelina, die beide nach Gefangenenaustauschen freikamen, setzen sich öffentlich für Olga Jezlers Freilassung ein.

Karelina schrieb bereits einen Brief an Trump und bat ihn, sich persönlich einzuschalten. Auch ein Schreiben an First Lady Melania Trump blieb bislang unbeantwortet.

Das US-Außenministerium erklärte gegenüber „USA Today“, man arbeite weiterhin intensiv daran, die Freilassung aller zu Unrecht in Russland festgehaltenen Amerikaner und Personen mit US-Bezug zu erreichen. Details zum Fall wurden aus Datenschutzgründen nicht genannt.

Für Harold Jezler bleibt die Hoffnung dennoch bestehen. „Wir wollen eine Familie gründen. Wir wollen Kinder“, sagte er. „Aber wir können nicht ewig warten.“

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