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Update:Schüsse beim Aarauer Rave: Grosseinsatz nach Angriff auf Menschenmenge

EdenMoon (CC0), Pixabay
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Mitten in der Nacht fallen auf der Pferderennbahn in Aarau Schüsse. Mehrere Menschen werden verletzt, Besucher suchen unter dem DJ-Pult Schutz. Die Polizei spricht von einer «Sonderlage» – Täter, Motiv und das genaue Ausmass der Tat sind um 7.45 Uhr am  Sonntagmorgen noch unklar.

#Aus einer grossen Technoparty auf der Pferderennbahn im Aarauer Schachen ist in der Nacht auf Sonntag ein Tatort geworden. Gegen 2.30 Uhr fielen inmitten beziehungsweise im unmittelbaren Umfeld einer grösseren Personengruppe mehrere Schüsse. Die Kantonspolizei Aargau bestätigte am frühen Morgen mehrere Verletzte und sprach öffentlich von «mehreren Opfern». Ob Menschen getötet wurden, war zunächst nicht offiziell bestätigt.

Die Dimension des Einsatzes ist erheblich: Das Gebiet um die Pferderennbahn wurde grossräumig abgesperrt. Zahlreiche Polizeikräfte, Rettungswagen und die Feuerwehr rückten an. Zusätzlich standen das Kantonale Katastrophen Einsatzelement des Kantons Aargau sowie ein Super-Puma-Helikopter der Schweizer Armee im Einsatz. SRF berichtete unter Berufung auf die Polizei, dass Schüsse auf eine Menschenmenge abgegeben worden seien.

Kurz nach 7 Uhr bezeichnete ein Sprecher der Kantonspolizei die Situation gegenüber «Blick» als «Sonderlage». Die Hintergründe der Tat waren zu diesem Zeitpunkt weiterhin ungeklärt. Die Polizei forderte die Bevölkerung ausdrücklich auf, das Gebiet zu meiden. Auch das nahe gelegene Schwimmbad blieb am Sonntagmorgen geschlossen.

Erst verstummt die Musik – dann fallen Schüsse

Was sich in den Minuten vor den Schüssen abgespielt hat, lässt sich bislang nur teilweise rekonstruieren.

Der «Aarauer Rave Vol. 7» hatte am Samstagnachmittag auf der Pferderennbahn begonnen. Der Veranstalter bewarb die Party als grossen Day-Rave mit internationalen DJs und Platz für rund 3500 Besucherinnen und Besucher. Das offizielle Programm war bis etwa 2 Uhr in der Nacht vorgesehen.

Kurz danach änderte sich die Situation dramatisch.

Augenzeugen berichteten gegenüber Schweizer Medien, dass die Musik zunächst aufgehört habe. Wenige Minuten später seien plötzlich mehrere Knallgeräusche zu hören gewesen. Einige Besucher hielten sie zunächst für Feuerwerk.

Dann soll jemand gerufen haben:

«Alle runter!»

Menschen warfen sich zu Boden und suchten Deckung. Eine Gruppe versteckte sich nach Angaben einer Augenzeugin unter dem DJ-Pult. Auf Videoaufnahmen, die «Blick» ausgewertet hat, sind nach Angaben des Mediums gegen 2.35 Uhr wiederholte Schussgeräusche zu hören.

Andere Teilnehmer berichteten von ununterbrochenen Sirenen, nachdem Polizei und Rettungskräfte alarmiert worden waren.

Besucher in Turnhalle gebracht

Nach dem Vorfall wurden Teilnehmer des Raves aus dem Gefahrenbereich gebracht. Mindestens ein Teil der Besucher wurde in einer nahe gelegenen Turnhalle untergebracht und dort von der Polizei betreut.

Gleichzeitig begann offenbar eine umfangreiche Sicherungs- und Fahndungsoperation rund um den Schachen. Bei Umfahrungen des abgesperrten Gebietes führte die Polizei nach Medienberichten Personenkontrollen durch.

Wer die Schüsse abgegeben hat, war am frühen Sonntagmorgen jedoch weiterhin nicht öffentlich bekannt.

Damit ist auch offen, ob es einen einzelnen Schützen oder mehrere Beteiligte gab und ob bereits Personen festgenommen wurden.

Gerade in sozialen Medien und über Augenzeugen kursierten am Morgen bereits deutlich konkretere Angaben zu möglichen Tätern und Todesopfern. Diese Angaben waren bis zum aktuellen Recherchestand nicht offiziell bestätigt und sollten deshalb nicht als Tatsache verbreitet werden. Auch die Kantonspolizei machte zunächst keine Angaben zu möglichen Todesopfern.

Polizei bittet um Videos und Bilder

Für die Ermittler dürften nun vor allem Aufnahmen von Besuchern entscheidend werden. Bei einem Rave dieser Grösse dürften zahlreiche Menschen zum Zeitpunkt der Tat mit Mobiltelefonen gefilmt haben.

Die Kantonspolizei rief Personen, die über Fotos oder Videos des Geschehens verfügen, ausdrücklich dazu auf, das Material den Ermittlungsbehörden zur Verfügung zu stellen.

Damit könnten sich zentrale Fragen klären lassen: Wo genau befand sich der Schütze oder die Täterschaft? Aus welcher Richtung wurde geschossen? Bewegten sich verdächtige Personen unmittelbar vor oder nach der Tat durch die Menge? Und gab es einen gezielten Angriff auf einzelne Personen oder wurden Schüsse wahllos abgegeben?

Zu all diesen Punkten lagen am Sonntagmorgen noch keine gesicherten Antworten vor.

Super Puma über Aarau

Ungewöhnlich sichtbar war auch die Beteiligung der Schweizer Armee. Über dem Grossraum Aarau war am Morgen ein Super Puma unterwegs.

Welche konkrete Aufgabe der Militärhelikopter erfüllte, war zunächst nicht bekannt. Neben ihm stand auch das Kantonale Katastrophen Einsatzelement im Einsatz. Die starke Präsenz verschiedener Sicherheitsorganisationen zeigt, mit welcher Priorität die Behörden auf die noch unübersichtliche Lage reagierten.

Die Einstufung als «Sonderlage» darf allerdings nicht mit einer bereits feststehenden terroristischen oder anderweitig politisch motivierten Tat gleichgesetzt werden. Über ein Motiv hat die Polizei bislang keine belastbaren Angaben gemacht.

Eine Partynacht endet im Ausnahmezustand

Noch wenige Stunden zuvor war die Pferderennbahn Schauplatz eines grossen elektronischen Musikfestivals gewesen. Der Veranstalter hatte für den 29. August mit internationalen Acts, Lichtshows, VIP-Bereichen und Tausenden Ravern geworben. Tickets wurden bis in die Nacht verkauft.

Dann verstummte die Musik.

Was folgte, waren Schüsse, Menschen auf dem Boden, Sirenen und ein massiver Einsatz von Polizei und Rettungskräften.

Am Sonntagmorgen steht fest: Mehrere Menschen wurden verletzt. Fest steht auch, dass die Polizei weiterhin von einer ernsthaften und zunächst unklaren Lage ausgeht.

Noch nicht fest steht dagegen, wer geschossen hat, warum geschossen wurde und ob es Todesopfer gibt.

Bis diese Fragen geklärt sind, bleibt die Pferderennbahn im Aarauer Schachen nicht nur Veranstaltungsort eines Raves, sondern Zentrum einer laufenden kriminalpolizeilichen Grossoperation.

Stand der Recherche: 30. August 2026, ca. 07.45 Uhr. Die Lage entwickelt sich laufend.

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