Nach einer Schießerei auf dem Food-Festival „Bite of Seattle“ fahndet die Polizei nach einem zweiten Tatverdächtigen. Bei dem Vorfall am Sonntagabend, 26. Juli, wurden drei Menschen getötet und mindestens vier weitere verletzt.
Die Schüsse fielen am letzten Abend des Festivals im Seattle Center, einem großen Freizeit- und Veranstaltungsareal rund um die bekannte Space Needle. Zahlreiche Besucher und Händler gerieten in Panik und suchten Schutz.
Nach Angaben der Polizei wurden insgesamt sieben Menschen von Schüssen getroffen. Unter den Verletzten befand sich auch ein zweijähriger Junge. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht und befand sich zuletzt in stabilem Zustand.
Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass es in der Nähe einer überdachten Veranstaltungs- und Gastronomiehalle zu einem Schusswechsel zwischen mindestens zwei Personen kam. Ein Verdächtiger stellte sich der Polizei, ein weiterer flüchtete vom Tatort. Die Behörden schließen nicht aus, dass noch weitere Personen beteiligt waren.
Zwei Männer im Alter von 19 und 44 Jahren starben noch am Tatort. Eine 56-jährige Frau erlag später im Harborview Medical Center ihren Verletzungen. Die Namen der Opfer wurden zunächst nicht veröffentlicht.
Mehrere weitere Verletzte konnten die Krankenhäuser inzwischen wieder verlassen. Neben dem Kleinkind waren ein 23-jähriger Mann, eine 39-jährige Frau und ein 27-jähriger Mann medizinisch behandelt worden.
Polizeikräfte befanden sich bereits auf dem Festivalgelände, als die Schüsse fielen, und waren nach eigenen Angaben innerhalb weniger Sekunden am Tatort. Trotz sofortiger Erste-Hilfe-Maßnahmen konnten zwei der Opfer nicht gerettet werden.
Die Beamten stellten am Tatort zwei Schusswaffen sicher. Um welche Art von Waffen es sich handelte, wurde nicht bekannt gegeben. Nach Einschätzung der Polizei besteht derzeit keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung.
An den Ermittlungen sind neben der Polizei von Seattle auch weitere örtliche, staatliche und bundesstaatliche Behörden beteiligt. Dazu gehören das FBI sowie die US-Bundesbehörde für Alkohol, Tabak, Schusswaffen und Sprengstoffe.
Die Polizei verfügt nach eigenen Angaben bislang nur über wenige Zeugenaussagen. In dem Bereich, in dem die Schießerei stattfand, gab es offenbar keine Überwachungskameras. Die Ermittler riefen Besucher, die den Vorfall beobachtet haben oder Hinweise zu den Beteiligten geben können, dazu auf, sich zu melden. Hinweise könnten auch anonym übermittelt werden.
Über die Verdächtigen ist bislang wenig bekannt. Die Polizei teilte lediglich mit, dass sich eine junge Person in Gewahrsam befinde. Alter und Identität wurden nicht veröffentlicht. Auch zu dem flüchtigen Verdächtigen machten die Behörden zunächst keine näheren Angaben.
Unklar ist derzeit außerdem, ob sich die mutmaßlichen Schützen kannten oder in welcher Beziehung sie zu den Opfern standen. Die Ermittlungen zu den Hintergründen und zum genauen Ablauf der Tat dauern an.
Seattles Bürgermeisterin Katie Wilson bezeichnete die Schießerei als einen Akt schrecklicher Gewalt. Familien müssten den schlimmsten Moment ihres Lebens durchstehen, während eine ganze Gemeinschaft versuche zu verstehen, wie eine Veranstaltung, die für Kultur, Begegnung und Freude stehe, in Schüssen enden konnte.
Das „Bite of Seattle“ findet seit 1982 statt und zählt seit mehr als vier Jahrzehnten zu den großen Sommerveranstaltungen im Nordwesten der USA. An dem Festival beteiligen sich mehr als 130 Anbieter von Speisen und Getränken. Zum Programm gehören außerdem Kochvorführungen, Live-Musik und weitere Freizeitangebote.
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