Kurz vor dem 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit zeigt eine neue landesweite Umfrage ein eher pessimistisches Stimmungsbild. Viele Bürger blicken mit Sorge auf die politische Entwicklung des Landes, zweifeln am Fortbestand des „American Dream“ und sind mit Präsident Donald Trump unzufrieden.
Sorge um Demokratie und Freiheitsrechte
Laut der Umfrage des Public Religion Research Institute (PRRI) glauben mehr als zwei Drittel der Befragten, dass die USA Gefahr laufen, wichtige demokratische Rechte und Freiheiten zu verlieren. Nur 29 Prozent sind überzeugt, dass diese Rechte langfristig geschützt bleiben.
Besonders groß sind die Sorgen bei Demokraten und politischen Unabhängigen. Republikaner äußern sich deutlich optimistischer, sind jedoch ebenfalls gespalten. Die Ergebnisse zeigen eine starke politische Polarisierung im Land.
Geteilte Meinung über Donald Trump
Die Zustimmung zu Präsident Trump ist laut der Studie auf 34 Prozent gesunken. Rund 59 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, Trump sei ein „gefährlicher Autokrat“, dessen Macht begrenzt werden müsse, um die Demokratie zu schützen. Gleichzeitig sehen 38 Prozent in ihm einen starken Führer, der die notwendigen Befugnisse erhalten sollte, um Amerika wieder erfolgreich zu machen.
Auch bei wichtigen politischen Themen fällt die Bewertung kritisch aus. Zwei Drittel der Befragten lehnen Trumps Umgang mit dem Iran-Konflikt ab, und 58 Prozent sind mit seiner Einwanderungspolitik unzufrieden.
Zweifel am „American Dream“
Besonders bemerkenswert ist der Rückgang des Glaubens an den „American Dream“ – die Vorstellung, dass harte Arbeit zu sozialem Aufstieg führt. Nur noch 49 Prozent der Amerikaner glauben daran, während 50 Prozent diese Ansicht nicht mehr teilen.
Vor allem junge Erwachsene verlieren zunehmend das Vertrauen in dieses Ideal. Experten führen dies auf stagnierende Löhne sowie steigende Kosten für Wohnen, Bildung, Gesundheitsversorgung und Kinderbetreuung zurück. Viele Menschen hätten das Gefühl, trotz harter Arbeit wirtschaftlich nicht voranzukommen.
Nationale Identität und gesellschaftlicher Zusammenhalt
Etwa die Hälfte der Befragten ist stolz auf die Vereinigten Staaten und ihre 250-jährige Geschichte. Gleichzeitig glauben 60 Prozent, dass das Land Gefahr läuft, seine kulturelle Identität zu verlieren.
Trotz dieser Sorgen sprechen sich die meisten Amerikaner für eine vielfältige Gesellschaft aus. Rund 64 Prozent bevorzugen ein Land mit unterschiedlichen Religionen, und 77 Prozent befürworten eine Bevölkerung mit vielfältigen internationalen Wurzeln.
Außenpolitik: Kooperation statt Militärmacht
Sieben von zehn Befragten wünschen sich, dass die USA als verlässlicher Partner mit anderen Ländern zusammenarbeiten und militärische Gewalt nur als letztes Mittel einsetzen. Lediglich 27 Prozent bevorzugen eine Politik, die militärische Stärke stärker in den Vordergrund stellt.
Fazit
Die Umfrage zeichnet das Bild eines Landes, das kurz vor seinem 250. Geburtstag tief gespalten ist. Viele Amerikaner sorgen sich um die Zukunft der Demokratie, zweifeln am sozialen Aufstieg durch eigene Leistung und bewerten die politische Entwicklung kritisch. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse aber auch, dass weiterhin ein starkes Interesse an demokratischer Teilhabe, gesellschaftlicher Vielfalt und politischem Engagement besteht.
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