Die Ukraine hat ihre Angriffe auf Ziele tief im russischen Hinterland erneut ausgeweitet. Nach Angaben aus Kiew wurde bei einer groß angelegten Drohnenoffensive erneut das Satellitenkommunikationszentrum Dubna nördlich von Moskau angegriffen. Die Anlage soll nach ukrainischen Angaben eine wichtige Rolle bei der Aufklärung sowie der Koordination russischer Streitkräfte im Krieg gegen die Ukraine spielen.
Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, das Kommunikationszentrum sei innerhalb von etwas mehr als einer Woche bereits zum zweiten Mal Ziel eines Angriffs geworden. Eine Bestätigung für einen Treffer an der militärischen Einrichtung gibt es von russischer Seite bislang nicht.
Russland meldet Hunderte abgefangene Drohnen
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, die Luftabwehr habe insgesamt 419 ukrainische Drohnen abgefangen oder zerstört. Allein im Anflug auf Moskau sollen nach Angaben von Bürgermeister Sergej Sobjanin mehr als 60 Drohnen abgeschossen worden sein.
Der Gouverneur des Moskauer Gebiets, Andrej Worobjow, berichtete von einem Drohneneinschlag in einem Verwaltungsgebäude in der Stadt Dubna. Über Verletzte wurde dort zunächst nichts bekannt.
Sechs Monate altes Kind kommt ums Leben
Tragisch verlief der Angriff in der Stadt Jegorjewsk südöstlich von Moskau. Nach russischen Behördenangaben stürzte eine Drohne auf ein Wohnhaus, das teilweise einstürzte. Einsatzkräfte konnten zwei Erwachsene und zwei Kinder aus den Trümmern retten. Ein erst sechs Monate altes Baby erlag jedoch auf dem Weg ins Krankenhaus seinen Verletzungen.
Ukraine erhöht den Druck auf Russland
Die ukrainischen Streitkräfte intensivieren seit Wochen ihre Angriffe auf militärische und strategische Ziele weit hinter der Front. Neben Ölraffinerien und Munitionslagern geraten zunehmend Kommunikations- und Versorgungseinrichtungen ins Visier. Ziel der Angriffe ist es nach Angaben aus Kiew, den militärischen Druck auf Russland zu erhöhen und den Kreml zu Verhandlungen über ein Ende des Krieges zu bewegen.
Bereits Ende Juni hatte die Ukraine gemeldet, das Satellitenzentrum Dubna erfolgreich angegriffen zu haben. Damals bestätigten russische Behörden einen massiven Drohnenangriff auf die Anlage, erklärten jedoch, der Betrieb der Kommunikationseinrichtungen sei nicht beeinträchtigt worden.
Kreml verurteilt Angriff
Kremlsprecher Dmitri Peskow verurteilte die Angriffe scharf und verwies insbesondere auf den Tod des Säuglings. Zivilisten würden leiden und Kinder sterben, erklärte Peskow in Moskau.
Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine dauert inzwischen mehr als vier Jahre an. Beide Seiten greifen zunehmend Ziele weit hinter den jeweiligen Frontlinien an. Während Russland seine Luftangriffe auf ukrainische Städte fortsetzt, setzt die Ukraine verstärkt auf weitreichende Drohnenangriffe gegen militärische Infrastruktur auf russischem Staatsgebiet.
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