US-Präsident Donald Trump hat mit einer Bemerkung über sogenannte „Corner Stores“ für reichlich Spott gesorgt – vor allem in seiner alten Heimat New York. Bei einem Rundtischgespräch über Steuern in Las Vegas unterbrach Trump am 16. April plötzlich seine vorbereitete Rede und fragte irritiert:
„Was ist ein Corner Store?“
Dann legte er noch nach: Er wisse zwar, was ein Corner Store sei, habe den Begriff aber noch nie so gehört – und fragte schließlich genervt:
„Wer zum Teufel hat das geschrieben?“
Gerade in New York City sorgte das für ungläubiges Gelächter. Denn sogenannte Corner Stores, also kleine Läden an der Straßenecke, gehören dort seit Jahrzehnten zum Stadtbild. In New York kennt man sie meist als Bodegas oder Deli-Shops – vor allem in Queens und Manhattan, also genau dort, wo Trump aufgewachsen ist und den Großteil seines Lebens verbracht hat.
Schumer spottet über Trump
Besonders deutlich reagierte der demokratische Minderheitsführer im US-Senat, Chuck Schumer, selbst gebürtiger New Yorker. Auf X schrieb er sinngemäß, ein angeblich „in New York geborener und aufgewachsener“ Mann kenne keinen Corner Store – das sage eigentlich schon alles.
Das Weiße Haus wies die Kritik erwartungsgemäß scharf zurück und griff stattdessen Schumer an. Inhaltlich blieb aber hängen: Ein Mann, der sich gern als Stimme des kleinen Mannes inszeniert, wirkt einmal mehr erstaunlich weit entfernt vom Alltag normaler Menschen.
Luxusleben statt Bodega-Alltag
Ganz überraschend ist das allerdings nicht. Trumps Biografie unterscheidet sich deutlich vom klassischen New Yorker Straßenleben.
Er wuchs im wohlhabenden Stadtteil Jamaica Estates in Queens auf, zunächst in einem großen Haus mit sechs Schlafzimmern, später sogar in einer Villa mit 23 Zimmern. Nach Internat, Studium an der University of Pennsylvania und Jahren in den noblen Vierteln Manhattans lebte Trump überwiegend in exklusiven Gegenden – also eher dort, wo man Concierge kennt als Kioskbesitzer.
Heute ist Trump offiziell in Florida gemeldet und verbringt viel Zeit in seinem Anwesen Mar-a-Lago.
Nicht der erste „Alltags-Aussetzer“
Es ist nicht das erste Mal, dass Trump mit Aussagen auffällt, die ihn von der Lebensrealität vieler Amerikaner entfernt wirken lassen.
So bezeichnete er im April 2025 das Wort „groceries“ (Lebensmittel) als altmodisch. Im Dezember nannte er den Begriff „affordability“ (Bezahlbarkeit) einen Trick der Demokraten.
Solche Aussagen sind politisch heikel, denn gerade steigende Lebenshaltungskosten waren ein zentrales Thema, mit dem Trump im Wahlkampf punkten konnte.
New Yorks Politik reagiert sensibel auf Lebenshaltungskosten
In New York ist das Thema besonders präsent. Dort gewann 2025 überraschend der linke Politiker Zohran Mamdani die Bürgermeisterwahl – unter anderem mit dem Versprechen, die Lebenshaltungskosten in der Stadt zu senken.
Er kündigte Unterstützung für kleine Geschäfte wie Bodegas, Delis und Nachbarschaftsläden an, etwa durch niedrigere Gebühren und weniger Bürokratie. Sogar eine Art Beauftragten für kleine Familienbetriebe hat er inzwischen eingesetzt.
Ironischerweise gibt es zwischen Trump und Mamdani trotz politischer Gegensätze sogar Überschneidungen: Beide betonen immer wieder, dass New York wirtschaftlich erfolgreich bleiben müsse – auch wenn sie völlig unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie das gelingen soll.
Fazit
Trumps „Corner Store“-Moment ist mehr als nur eine kuriose Bemerkung. Für viele Kritiker zeigt er erneut, wie schwer es dem Präsidenten fällt, glaubwürdig als Vertreter des Alltagslebens aufzutreten.
Oder einfacher gesagt:
Wer aus New York stammt und bei „Corner Store“ ins Grübeln kommt, hat offenbar eher in Penthäusern als an der Bodega eingekauft.
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