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Trump überweist 5,6 Millionen Dollar – diesmal nicht an sich selbst

u_dg9pheol (CC0), Pixabay
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Donald Trump hat E. Jean Carroll 5,6 Millionen Dollar überwiesen. Nicht freiwillig, nicht aus Einsicht und vermutlich auch nicht mit einer Grußkarte. Ein rechtskräftiges Gerichtsurteil ließ dem US-Präsidenten schlicht keine andere Wahl.

Carrolls Anwältin Roberta Kaplan bestätigte, dass ihre Mandantin das Geld erhalten habe. Damit ist eine jahrelange juristische Auseinandersetzung zumindest in diesem Punkt beendet. Trump dürfte die Überweisung vermutlich unter dem Buchungsposten „Dinge, die laut mir niemals passieren würden“ abgelegt haben.

Ein Geschworenengericht in New York hatte Trump 2023 in einem Zivilverfahren wegen eines sexuellen Übergriffs und anschließender Verleumdung haftbar gemacht. Zwei Millionen Dollar entfielen auf den Übergriff, drei Millionen auf die späteren öffentlichen Angriffe gegen Carroll. Hinzu kamen inzwischen aufgelaufene Zinsen.

Auch Gerichtsurteile besitzen schließlich eine Rendite.

Der Oberste Gerichtshof sagt: Nein, danke

Trump hatte versucht, das Urteil noch vor den Obersten Gerichtshof der USA zu bringen. Dort entschied man allerdings, sich nicht mit seinem Rechtsmittel zu befassen.

Das Urteil wurde damit endgültig vollstreckbar. Für Trump war das vermutlich ungewohnt: Eine Institution bekam eine Anfrage von ihm und antwortete nicht mit Applaus, einem Fernsehinterview oder einer Einladung zum Golfen.

Ein Bundesrichter in New York ordnete anschließend die Auszahlung an Carroll an. Das zuvor hinterlegte Geld durfte damit seinen juristisch vorgesehenen Besitzer wechseln.

Nach Jahren öffentlicher Beschimpfungen sprach nun das amerikanische Rechtssystem in jener Sprache, die Trump besonders gut versteht: Geld.

Ein Vorwurf aus dem Jahr 1996

Carroll hatte erklärt, Trump habe sie 1996 in einer Umkleidekabine des New Yorker Luxuskaufhauses Bergdorf Goodman sexuell angegriffen.

Als sie ihre Vorwürfe 2019 veröffentlichte, reagierte Trump nicht etwa mit Zurückhaltung oder dem Hinweis auf ein laufendes Verfahren. Stattdessen bezeichnete er Carroll als Lügnerin und griff sie persönlich an.

Das Gericht stellte später fest, dass diese Aussagen verleumderisch waren.

Trump hatte damit juristisch betrachtet das seltene Kunststück vollbracht, einen sehr ernsten Vorwurf durch seine eigenen öffentlichen Äußerungen noch deutlich teurer zu machen.

Andere Menschen erhalten von ihren Anwälten den Rat, zu schweigen. Trump versteht das offenbar eher als freundliche Empfehlung ohne praktische Bedeutung.

Fünf Millionen plus Zinsen

Ursprünglich belief sich der zugesprochene Schadenersatz auf fünf Millionen Dollar. Durch die Dauer des Verfahrens wuchs die Summe auf 5,6 Millionen Dollar an.

Man könnte sagen: Trump ließ sich Zeit – und die Zeit stellte eine Rechnung.

Die zusätzlichen 600.000 Dollar zeigen, dass Verzögerungstaktik nicht immer spart. Manchmal ähnelt sie eher einem besonders teuren Dispokredit, nur ohne kostenlosen Toaster zur Kontoeröffnung.

Für Carroll ist die Zahlung eine späte juristische Bestätigung. Für Trump ist sie ein weiterer Eintrag in einer langen Liste von Gerichtsverfahren, bei denen sein bevorzugtes Argument – laut, häufig und möglichst beleidigend zu widersprechen – nicht den gewünschten Erfolg brachte.

Die wirklich große Rechnung wartet noch

Die 5,6 Millionen Dollar sind allerdings nur ein Teil des juristischen Konflikts.

In einem zweiten Verfahren wurde Trump wegen weiterer verleumderischer Aussagen zu 83,3 Millionen Dollar Schadenersatz verurteilt. Ein Berufungsgericht bestätigte dieses Urteil. Die Vollstreckung ist derzeit jedoch noch ausgesetzt.

Zusammen geht es damit um eine Summe, die selbst in Trumps Maßstäben nicht mehr als zufällig zwischen zwei Sofakissen gefundenes Kleingeld gelten dürfte.

Ob und wann auch diese 83,3 Millionen Dollar ausgezahlt werden, ist noch offen. Sicher ist lediglich, dass Trumps öffentliche Äußerungen inzwischen zu den kostspieligsten Textproduktionen der amerikanischen Gegenwart gehören.

Andere Menschen verdienen mit ihren Worten Geld.

Donald Trump überweist dafür.

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