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„Miracle on the Hudson“-Pilot Sully macht Alzheimer-Diagnose öffentlich

candidsoul (CC0), Pixabay
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Der als „Held vom Hudson“ bekannt gewordene US-Pilot Chesley „Sully“ Sullenberger ist an Alzheimer erkrankt. Der 75-Jährige teilte auf seiner persönlichen Internetseite mit, dass die Krankheit erst vor Kurzem diagnostiziert worden sei und sich noch in einem frühen Stadium befinde.

Er bemerke derzeit vor allem kleinere Veränderungen im Alltag, schrieb Sullenberger. Namen fielen ihm mitunter nicht sofort ein, gelegentlich erzähle er eine Geschichte mehrfach, zudem schlafe er schlechter. Er stehe jedoch erst am Anfang eines langen Weges.

Sullenberger wurde weltweit bekannt, nachdem er am 15. Januar 2009 einen Airbus A320 sicher auf dem Hudson River in New York notgelandet hatte. Kurz nach dem Start vom Flughafen LaGuardia war US-Airways-Flug 1549 mit einem Schwarm Gänse kollidiert. Beide Triebwerke fielen aus.

Sullenberger und sein Copilot entschieden sich daraufhin für eine Notwasserung. Alle 155 Menschen an Bord überlebten. Die ruhige und schnelle Reaktion der Besatzung ging als „Miracle on the Hudson“ in die Luftfahrtgeschichte ein.

Diagnose verändert seinen Begriff von Verantwortung

In seiner Mitteilung erklärte der frühere Pilot, die Diagnose habe ihn neu darüber nachdenken lassen, was es bedeute, anderen zu dienen. Seine Antwort bestehe darin, offen über die Erkrankung zu sprechen.

Nach der Notlandung von Flug 1549 habe er häufig gesagt, Mut könne ansteckend sein. Damals habe dieser Mut dazu beigetragen, dass Besatzung und Passagiere gemeinsam handelten und alle Menschen das Flugzeug sicher verlassen konnten.

Nun werde derselbe Mut im Umgang mit Alzheimer benötigt, schrieb Sullenberger. Er sei jetzt Teil einer großen Gemeinschaft von Betroffenen und Angehörigen. Man werde der Krankheit gemeinsam und mit Entschlossenheit begegnen.

Vier Jahrzehnte Erfahrung als Pilot

Sullenberger hatte zum Zeitpunkt der spektakulären Notlandung bereits rund 40 Jahre Flugerfahrung. Vor seiner Karriere in der zivilen Luftfahrt war er Kampfpilot bei der US Air Force.

Ein Jahr nach dem Vorfall auf dem Hudson beendete er 2010 seine aktive Laufbahn. Anschließend engagierte er sich weiterhin für Flugsicherheit und eine Verbesserung der Sicherheitsstandards in der Luftfahrt.

Die Ereignisse des Januar 2009 wurden 2016 unter dem Titel „Sully“ verfilmt. Regie führte Clint Eastwood, die Hauptrolle übernahm Tom Hanks.

Mit seiner öffentlichen Erklärung möchte Sullenberger nun offenbar auch anderen Betroffenen Mut machen. Seine Botschaft knüpft dabei an jenen Grundsatz an, der ihn seit der Rettung von Flug 1549 begleitet: Herausforderungen lassen sich besser bewältigen, wenn Menschen Verantwortung füreinander übernehmen.

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