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Trump schießt gegen Texas-Demokrat Talarico – „Texas mag keine Veganer“

icecubon (CC0), Pixabay
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US-Präsident Donald Trump hat erneut gegen den demokratischen Senatskandidaten James Talarico aus Texas ausgeteilt – und dabei einmal mehr gezeigt, dass amerikanischer Wahlkampf inzwischen irgendwo zwischen Reality-Show, Kulturkampf und Grillfest stattfindet.

Auf dem Rückflug aus China erklärte Trump vor Journalisten an Bord der Air Force One, die Demokraten hätten in Texas einen „seltsamen Kandidaten“.

„Sechs Geschlechter. Ein echter Angriff auf Jesus. Und er ist Veganer“, wetterte Trump. Besonders letzteres scheint für den Präsidenten offenbar ein ernsthaftes politisches Problem darzustellen.

„Texas mag keine Veganer“, fügte Trump hinzu – vermutlich einer der wenigen Sätze, bei denen sich Republikaner und BBQ-Restaurants sofort einig waren.

Interessant dabei: Eigentlich wurde Trump gar nicht nach Talarico gefragt. Journalisten wollten lediglich wissen, ob er im republikanischen Vorwahlkampf den Senator John Cornyn oder dessen Herausforderer Ken Paxton unterstützt.

Trump antwortete zunächst diplomatisch, er möge beide Kandidaten – nur um wenige Sekunden später komplett auf den Demokraten Talarico loszugehen. Politische Selbstkontrolle bleibt eben weiterhin nicht Trumps Kernkompetenz.

Talarico gilt als einer der Hoffnungsträger der Demokraten in Texas. Der 36-jährige Abgeordnete versucht mit einer Mischung aus christlicher Rhetorik, wirtschaftlichem Populismus und moderater Ansprache auch konservativere Wähler anzusprechen.

Genau das scheint Republikaner zunehmend nervös zu machen.

Besonders pikant: Aktuelle Umfragen sehen Talarico tatsächlich knapp vor beiden republikanischen Kandidaten. Das wäre in Texas beinahe revolutionär. Seit 1994 haben Demokraten dort keine landesweite Wahl mehr gewonnen.

Die Republikaner versuchen daher seit Monaten, Talarico als linksradikalen Kulturkämpfer darzustellen. Die berühmten „sechs Geschlechter“ beziehen sich auf eine frühere Aussage Talaricos in einer Debatte über Transgender-Regeln im Schulsport.

Auch die Veganismus-Debatte wirkt inzwischen wie ein Paradebeispiel amerikanischer Wahlkampf-Absurdität. Republikaner werfen Talarico vor, sich früher für vegane Produkte ausgesprochen zu haben – ein Vorwurf, den dieser energisch zurückweist. Zur Verteidigung veröffentlichte er sogar demonstrativ ein Foto mit einer riesigen Truthahnkeule.

Willkommen im Jahr 2026:
Politiker müssen inzwischen offenbar nicht nur Steuerpläne präsentieren, sondern auch öffentlich Fleisch essen, um wählbar zu bleiben.

Trump dürfte seine Angriffe bewusst verschärfen, weil Talarico mit Unterstützung prominenter Demokraten wie Barack Obama zunehmend nationale Aufmerksamkeit erhält.

Sollte es den Demokraten tatsächlich gelingen, Texas im Senat zu drehen, wäre das ein politisches Erdbeben für die Republikaner – und vermutlich der endgültige Beweis für Trump, dass wirklich alles außer Kontrolle geraten ist.

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