US-Präsident Donald Trump hat erneut behauptet, während seiner Rede zum Auftakt der Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der Vereinigten Staaten habe „jeder bis zum Schluss“ zugehört. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, alle Besucher seien geblieben, weil sie von einem „erfolgreichen Amerika“ begeistert gewesen seien.
Videoaufnahmen widersprechen der Darstellung
Aufnahmen der Veranstaltung zeigen jedoch ein anderes Bild. Bereits während der rund 28-minütigen Rede verließen zahlreiche Besucher das Veranstaltungsgelände. Journalisten vor Ort berichteten ebenfalls, dass während der Ansprache Hunderte Menschen zu den Ausgängen gingen.
Dafür kann es viele Gründe geben. Einige Besucher erklärten, sie seien vor allem wegen der Flugshow mit Militärjets gekommen. Andere wollten frühzeitig den Heimweg antreten oder hatten private Verpflichtungen. Der überwiegende Teil des Publikums blieb allerdings bis zum Ende der Rede.
Wiederholte Behauptung
Es ist nicht das erste Mal, dass Trump erklärt, bei seinen Veranstaltungen gehe niemand vorzeitig. Bereits im Präsidentschaftswahlkampf 2024 hatte er mehrfach betont, seine Kundgebungen würden bis zum Schluss vollständig besucht.
Damals reagierte er auf die Aussage seiner damaligen Konkurrentin Kamala Harris, wonach Besucher seine Veranstaltungen aus Langeweile oder Erschöpfung vorzeitig verlassen würden. Trump wies dies entschieden zurück und sprach von den „größten und besten politischen Veranstaltungen der Geschichte“.
Medien dokumentierten frühere Abgänge
Mehrere amerikanische Medien berichteten jedoch bereits während des Wahlkampfs, dass Besucher regelmäßig noch während der Reden den Veranstaltungsort verließen.
Die genannten Gründe reichten von langen Heimfahrten über berufliche Verpflichtungen bis hin zu Verkehrsproblemen oder einer späten Uhrzeit. Teilweise kritisierten Besucher auch die Länge der Reden oder die Tonqualität.
Politisch ohne Folgen
Obwohl die Diskussion über Besucherzahlen immer wieder Schlagzeilen machte, hatte sie keine Auswirkungen auf Trumps Wahlerfolg. Beobachter sehen die Debatte daher eher als Teil der politischen Inszenierung denn als entscheidenden Faktor für den politischen Rückhalt des Präsidenten.
Dennoch zeigt der aktuelle Vorfall erneut, dass Trumps öffentliche Aussagen über Größe und Begeisterung seines Publikums regelmäßig mit den vorliegenden Bildern und Berichten verglichen werden.
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