Dauerregen, 19 Grad, 25.000 Zuschauer – also bestes Dresdner Fußballwetter. Und Dynamo liefert passend dazu eine Generalprobe, die richtig Laune macht: 2:1 gegen Bundesligist Union Berlin.
Natürlich war nicht alles glänzend. Union hatte zunächst mehr Ballbesitz, mehr Ruhe, mehr Bundesliga im Spiel. Dynamo wurde phasenweise tief eingeschnürt, musste viel verteidigen und kassierte nach 19 Minuten folgerichtig das 0:1 durch Tom Rothe.
Aber dann kam die Antwort.
Nur drei Minuten später traf Kapitän Niklas Hauptmann sehenswert zum Ausgleich. Genau so will man das sehen: nicht lange jammern, nicht hektisch werden, sondern zurückschlagen.
Nach der Pause wurde es noch besser. Vincent Vermeij köpfte eine Rossipal-Ecke zum 2:1 ein und ließ die Dynamo-Fans trotz Dauerregens jubeln. Danach wechselten beide Mannschaften kräftig durch – ein Klassenunterschied war trotzdem nicht mehr zu erkennen. Im Gegenteil: Dresden hatte am Ende sogar die besseren Möglichkeiten.
Man kann Testspiele überbewerten. Man kann sie kleinreden. Und man kann nüchtern feststellen: Eine Woche vor dem Saisonstart wirkt Dynamo erstaunlich weit.
Die Mannschaft kennt offenbar ihre Abläufe, die Startelf scheint sich gefunden zu haben und selbst gegen einen körperlich starken Bundesligisten hielt das Team nicht nur dagegen, sondern drehte die Partie.
Ja, Union startet später in die Saison. Ja, ein Testspiel bringt keine Punkte. Und nein, nach einem 2:1 gegen Berlin muss man noch nicht den Aufstiegskorso bestellen.
Aber dieser Sieg ist ein gutes Zeichen.
Dynamo scheint schon früh eine Form gefunden zu haben, mit der man in Nürnberg durchaus selbstbewusst auftreten darf. Die Mannschaft wirkt stabil, widerstandsfähig und gefährlich bei Standards.
Die Generalprobe ist geglückt.
Jetzt bitte nur nicht wieder typisch Dynamo werden und ausgerechnet bei der Premiere die Textbücher vertauschen.
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