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Trump entdeckt Diplomatie: Erst drohen, dann reden, dann Truth Social

MIH83 (CC0), Pixabay
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US-Präsident Donald Trump hat für heute neue Gespräche mit dem Iran angekündigt. Oder, wie man es in der Trump-Diplomatie offenbar nennt: erst maximale Spannung erzeugen, dann in der Air Force One erklären, dass man natürlich verhandelt.

„Was wir tun ist, wir sprechen mit ihnen in Form von Verhandlungen“, sagte Trump an Bord der Präsidentenmaschine. Eine bemerkenswerte Präzisierung, denn bisher war offenbar nicht jedem klar, dass Gespräche in Form von Verhandlungen tatsächlich Verhandlungen sein können.

Am Vorabend hatte Trump erklärt, die USA und Israel würden vorerst auf weitere Angriffe gegen den Iran verzichten. Das ist in der internationalen Politik bereits fast so etwas wie ein Wellness-Angebot: Heute keine Bomben, dafür vielleicht ein Rahmenabkommen.

Nach Darstellung Trumps hätten der Iran und andere Staaten in der Golfregion ihn um Zurückhaltung gebeten. Hintergrund seien angeblich „Umrisse einer Vereinbarung“. In normalen diplomatischen Kreisen würde man daraus ein vorsichtiges Arbeitspapier machen. Bei Trump landet es erst einmal auf Truth Social – dem Ort, an dem Weltpolitik klingt wie ein sehr langer Kommentar unter einem Reality-TV-Clip.

Auch aus dem Iran gibt es Hinweise auf neue Bemühungen. Vermittler sollen Gespräche über die Wiederbelebung eines im Juni mit den USA geschlossenen und derzeit ausgesetzten Rahmenabkommens aufgenommen haben. Der iranische Abgeordnete Hassan Ghashghavi sprach von Bemühungen, das sogenannte 14-Punkte-Abkommen von Islamabad wiederzubeleben.

Damit wäre also wieder einmal alles dabei: Krieg am Golf, Vermittler, ein ausgesetztes Abkommen, neue Gespräche und ein US-Präsident, der die Lage vermutlich gleichzeitig beruhigen und als persönlichen Deal-Erfolg verkaufen möchte.

Ob daraus wirklich eine tragfähige Vereinbarung wird, bleibt offen. Denn im Moment klingt vieles nach diplomatischer Schadensbegrenzung mit eingebautem Selbstdarstellungsmodus. Trump kann nun sagen, er habe Angriffe gestoppt, Gespräche ermöglicht und den Iran an den Verhandlungstisch gebracht. Der Iran kann sagen, man sei nicht eingeknickt, sondern verhandle über Vermittler. Und die Golfstaaten können hoffen, dass diesmal wenigstens niemand versehentlich den nächsten Flächenbrand bestellt.

Für die Region wäre jede Deeskalation eine gute Nachricht. Für die Weltöffentlichkeit bleibt nur die übliche Frage: Ist das schon Diplomatie – oder nur die Pause zwischen zwei Trump-Posts?

Fest steht: Heute soll geredet werden. In Form von Verhandlungen. Gut, dass das geklärt ist.

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