US-Präsident Donald Trump hat Medienberichten zufolge seine Anwälte auf zwei der größten US-Nachrichtenportale angesetzt – Grund: deren Berichterstattung über jüngste US-Luftangriffe im Iran. Laut Trump hätten beide Medien angeblich „falsche und verleumderische“ Informationen veröffentlicht. Genauer gesagt: CNN und die Times hatten gemeldet, dass eine erste Geheimdiensteinschätzung die Wirkung der Angriffe deutlich skeptischer sah als Trumps eigene Behauptung, „die iranischen Atomanlagen seien komplett und restlos vernichtet worden“.
Die Medien? Lassen sich nicht beirren.
Die Antwort von CNN: ein höfliches, aber entschiedenes „Nein danke“. Eine Sprecherin erklärte: „Wir stehen zu 100 % hinter der journalistischen Arbeit von Natasha Bertrand und ihren Kolleg:innen.“ Die New York Times konterte sogar schriftlich – Anwalt David McCraw schrieb, dass kein Rückzieher nötig sei: „Wir haben nach bestem Wissen die Wahrheit berichtet. Und wir werden das weiterhin tun.“
Trump und das Spiel mit der Klage
Der ehemalige Unternehmer hat eine lange Geschichte juristischer Drohgebärden – viele Ankündigungen, wenig konkrete Klagen. Medienrechtsexperten werfen ihm seit Jahren vor, mit juristischen Drohungen Redaktionen einschüchtern zu wollen.
Diesmal stammt das Schreiben von Anwalt Alejandro Brito, der CNN und der Times Falschberichterstattung vorwirft. Beide hatten sich auf US-Geheimdienste berufen, die den militärischen Erfolg der Angriffe in Frage stellen. Für Trump ist klar: Das war nicht nur falsch, sondern ein gezielter Verrat. Er fordert Aufklärung und Strafverfolgung gegen die angeblichen „Leaker“.
Journalismus vs. Zensur
McCraws Antwort für die Times hätte kaum deutlicher sein können: „Es wäre verantwortungslos, Informationen über den Erfolg oder Misserfolg eines militärischen Angriffs zu unterdrücken – vor allem, wenn dieser mit Steuergeldern finanziert wurde.“
Und: „Es ist noch verantwortungsloser, wenn ein Präsident mit Verleumdungsklagen droht, nur weil ihm der Inhalt nicht gefällt.“
CNN und die New York Times bleiben gelassen – und ihre Reporter:innen offenbar ebenso. Der Konflikt zeigt erneut, wie empfindlich der Präsident auf Widerspruch reagiert – und wie hartnäckig unabhängiger Journalismus auch in aufgeheiztem Klima bleibt.
Fazit: Ob Klage oder nicht – der juristische Säbelrassler im Weißen Haus sorgt erneut für Schlagzeilen. Und Amerika? Beobachtet gebannt, wer diesmal wirklich vor Gericht zieht – oder nur wie üblich mit Papier raschelt.
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