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Trotz Wirtschaftssorgen: Süßwarenläden erleben in New York einen Boom

Shirley810 (CC0), Pixabay
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Während viele Einzelhändler unter der schwachen Konsumstimmung in den USA leiden, erlebt eine Branche in und um New York derzeit überraschend gute Geschäfte: Süßwarenläden.

Ob Gummibärchen, Schokolade oder Lakritz – viele Verbraucher gönnen sich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kleine Genussmomente. Für zahlreiche Candy-Stores wird genau das derzeit zum Erfolgsrezept.

Wenn das Budget kleiner wird, bleibt die Süßigkeit

Mitchell Cohen, Inhaber des traditionsreichen Geschäfts Economy Candy auf der Lower East Side in Manhattan, kennt dieses Phänomen seit Jahrzehnten.

„Der Dollar reicht heute nicht mehr so weit wie früher“, sagt Cohen. Inflation, Unsicherheit und steigende Preise würden die Menschen zwar belasten. „Aber für Süßigkeiten ist immer noch Platz.“

Sein Geschäft wurde bereits 1937 gegründet – am Ende der Großen Depression. Ursprünglich reparierte die Familie Hüte und Schuhe, während vor dem Laden Süßigkeiten verkauft wurden. Als sich immer weniger Menschen Reparaturen leisten konnten, konzentrierte sich das Unternehmen vollständig auf den Verkauf von Süßwaren.

Fast 90 Jahre später existiert Economy Candy noch immer.

Kleine Luxusmomente statt großer Anschaffungen

Auch Kate Bolger setzt auf diesen Effekt. Die ehemalige Filmproduzentin eröffnet im Juli mit The Village Confectionery einen Süßwarenladen in Sleepy Hollow nördlich von New York City.

Ihre Überzeugung:

Während viele Menschen teure Anschaffungen verschieben, gönnen sie sich weiterhin kleine Belohnungen.

Wirtschaftsexperten sprechen dabei häufig vom sogenannten „Lipstick Effect“. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten verzichten Verbraucher zwar auf große Luxusausgaben, kaufen dafür aber häufiger kleine Produkte, die ein gutes Gefühl vermitteln.

Früher war das Lippenstift, heute sind es oft Süßigkeiten, Snacks oder andere günstige Genussartikel.

Schwedische Süßigkeiten als Trend

Von diesem Trend profitiert auch die Kette BonBon, die schwedische Süßwaren in die USA bringt.

Das Unternehmen wurde 2018 von drei Schweden gegründet und betreibt mittlerweile fünf Filialen in New York sowie ein Geschäft in den Hamptons. Eine weitere Eröffnung im Bundesstaat Connecticut ist bereits geplant.

Schwedische Süßigkeiten erfreuen sich dank sozialer Medien weltweit wachsender Beliebtheit. BonBon setzt dabei bewusst auf kleine, gemütliche Geschäfte in Seitenstraßen statt auf teure Lagen an den großen Einkaufsmeilen.

Süßwaren haben wirtschaftliche Vorteile

Für Ladenbesitzer sprechen auch praktische Gründe für das Geschäft mit Süßigkeiten.

Die Produkte:

  • sind lange haltbar,
  • benötigen meist keine Kühlung,
  • verursachen wenig Verderb,
  • und lassen sich häufig im Selbstbedienungsprinzip verkaufen.

Auch Cat Cirino, die in Brooklyn den Laden Candor Candy’s eröffnet hat, sieht darin einen großen Vorteil. Zusätzlich verkauft sie regionale Lebensmittel und Getränke unabhängiger Hersteller, um weitere Einnahmequellen zu schaffen.

Zölle und höhere Kosten belasten die Branche

Ganz ohne Probleme läuft das Geschäft allerdings nicht.

Mitchell Cohen berichtet von deutlich gestiegenen Einkaufspreisen. Gründe seien unter anderem:

  • neue US-Importzölle,
  • höhere Transportkosten,
  • steigende Energiepreise,
  • sowie Auswirkungen internationaler Konflikte auf die Lieferketten.

So koste eine Hershey-Schokolade, die vor der Pandemie im Einkauf rund 62 Cent gekostet habe, inzwischen mehr als einen Dollar.

Selbst bei klassischen US-Marken wirken sich internationale Entwicklungen aus, da wichtige Rohstoffe wie Kakao aus dem Ausland importiert werden.

Ein britischer Lieferant habe die Belieferung der USA inzwischen sogar komplett eingestellt, weil sich das Geschäft durch Zollkosten nicht mehr rechne.

Süßes trotzt der Krise

Trotz steigender Kosten bleibt Cohen optimistisch.

Viele Preiserhöhungen habe sein Geschäft bislang selbst aufgefangen, ohne sie vollständig an die Kunden weiterzugeben. Die Verkaufszahlen seien sogar gestiegen.

Sein Fazit bringt das Erfolgsgeheimnis der Branche auf den Punkt:

„Ein bisschen Süßigkeit kann viel bewirken.“

Oder anders gesagt: Wenn die große Freude im Alltag teurer wird, bleibt oft noch Platz für eine kleine Tüte Gummibärchen.

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