Viel Show, viele Ansagen – aber wo bleiben die Beweise?
Es war wieder einer dieser Auftritte, bei denen Helmut Kaltenegger zeigte, dass er die große Bühne liebt. Und fairerweise muss man sagen: Dafür braucht es derzeit durchaus starke Nerven. Denn während rund um die TGI AG Kritik, Fragen und mediale Berichte zunehmen, bleibt Kaltenegger öffentlich betont gelassen. Show gehört eben zum Geschäft.
Natürlich bekamen auch diesmal die Medien ihr Fett weg – geschenkt. Wirklich bemerkenswert war aber erneut etwas anderes: Helmut Kaltenegger bleibt der unangefochtene Meister der großen Ankündigungen. Was allerdings weiterhin fehlt, sind öffentlich nachvollziehbare Belege.
Dabei wäre die Sache eigentlich denkbar einfach gewesen. Ein Gutachten präsentieren, aus dem klar hervorgeht, dass sämtliches Gold der Kunden vorhanden und sicher eingelagert ist. Vielleicht sogar mit Projektion auf großer Leinwand statt bloß verbaler Versicherungen. Noch eleganter wäre gewesen, den Lagerpartner direkt vorzustellen und einen Vertreter auf die Bühne zu bitten. Das hätte wohl viele Kritiker zumindest kurzfristig verstummen lassen.
Passiert ist genau das nicht.
Warum nicht? Diese Frage darf sich jeder selbst stellen.
Auffällig war zudem etwas anderes: die zahlreichen freien Plätze im Saal. Für eine Veranstaltung, die Vertrauen schaffen sollte, wirkte das Auditorium überraschend luftig. Angesichts der aktuellen Berichterstattung überrascht das zwar nicht völlig, dennoch hätte man durchaus erwarten können, dass der Andrang größer ausfällt.
Klar ist: Viele Anleger sind verunsichert. Und trotzdem gilt offenbar weiterhin das Motto: The Show must go on.
Unterdessen haben sich nach unserer Briefaktion mittlerweile weit über 200 Anleger gemeldet. Nach unseren Angaben fielen rund 80 Prozent der Rückmeldungen positiv aus. Viele bedankten sich ausdrücklich für das Engagement.
Dabei bleibt ein erheblicher Teil der vorliegenden Informationen bislang bewusst unveröffentlicht. Nach eigenen Angaben sollen dadurch Behörden, Aufsichten und Justiz nicht behindert, sondern bei ihrer Arbeit unterstützt werden. Schließlich dürfte auch im Interesse der Verantwortlichen liegen, offene Fragen möglichst umfassend und transparent zu klären.
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