Was ist nur aus Bayer 04 Leverkusen geworden? Woche für Woche schauen wir Fans uns dieses Team an und hoffen darauf, endlich wieder die Leidenschaft, die Dominanz und die Qualität zu sehen, die diesen Verein einmal ausgezeichnet haben. Stattdessen erleben wir immer öfter genau solche Spiele wie beim 1:3 in Stuttgart: ein früher Hoffnungsschimmer – und danach der komplette Zusammenbruch.
Dabei fing es eigentlich perfekt an. Nach gerade einmal 34 Sekunden trifft Aleix García zum 1:0 und man denkt: Endlich zeigt die Mannschaft mal wieder eine Reaktion. Endlich kommt mal wieder dieses Siegergesicht zurück. Aber was dann folgte, war erneut ein Offenbarungseid.
Stuttgart hat Bayer danach praktisch auseinander gespielt.
Und das Schlimmste daran:
Es war nicht einmal überraschend.
Schon nach wenigen Minuten war zu sehen, dass Stuttgart:
- aggressiver,
- schneller,
- klarer im Spielaufbau
und - vor allem hungriger
war als Leverkusen.
Demirović macht den Ausgleich und danach begann das übliche Bild dieser Saison:
Unsicherheit. Passivität. Fehlende Körpersprache.
Diese Mannschaft wirkt mittlerweile wie ein Team ohne Selbstvertrauen, ohne Struktur und ohne echte Führung auf dem Platz.
Stuttgart drückte, kombinierte, gewann Zweikämpfe – und Leverkusen reagierte nur noch. Besonders schlimm war dabei die Defensive. Tapsoba, Quansah, Andrich – ständig einen Schritt zu spät. Dazu riesige Lücken zwischen Mittelfeld und Abwehr. Jeder Stuttgarter Angriff wirkte gefährlich.
Dass das 2:1 kurz vor der Pause durch Mittelstädt fiel, war absolut verdient. Ehrlich gesagt hätte Stuttgart da schon höher führen können.
Und was passiert nach der Halbzeit?
Nichts.
Gar nichts.
Keine Reaktion. Kein Aufbäumen. Keine Wut. Stattdessen spielt Stuttgart weiter Fußball und Leverkusen schaut zu. Das 3:1 durch Undav war die logische Konsequenz einer komplett desorganisierten Werkself-Abwehr.
Und genau hier muss man endlich Klartext reden:
So kann es nicht weitergehen.
Diese Mannschaft braucht im Sommer einen kompletten Neustart.
Und dazu gehört leider auch die Trainerfrage.
Denn Woche für Woche sieht man dieselben Probleme:
- fehlende defensive Stabilität,
- kein Zugriff gegen pressingstarke Gegner,
- kein funktionierendes Umschaltspiel,
- katastrophale Zweikampfführung,
- fehlende Mentalität nach Rückschlägen.
Es reicht nicht, einzelne Spiele schönzureden oder auf Verletzungen zu verweisen. Andere Teams mit deutlich weniger Qualität spielen strukturierter, aggressiver und mutiger als Bayer Leverkusen.
Die Wahrheit ist:
Diese Mannschaft stagniert.
Und deshalb muss der Verein nach der Saison Konsequenzen ziehen.
Leverkusen braucht:
- einen neuen Trainer mit klarer Idee,
- mehr Intensität,
- mehr defensive Ordnung,
- mehr Mentalität,
- und vor allem Spieler mit echter Qualität und Charakter.
Denn zu viele Akteure wirken inzwischen satt oder schlicht nicht gut genug für die Ansprüche dieses Vereins.
Es kann nicht sein, dass Stuttgart Bayer phasenweise herspielt, während Leverkusen nur hinterherläuft. Es kann nicht sein, dass man nach einem Traumstart komplett auseinanderfällt. Und es kann nicht sein, dass jede Mannschaft mit aggressivem Pressing Bayer sofort vor riesige Probleme stellt.
Die Fans haben genug.
Genug von inkonstanten Auftritten.
Genug von fehlender Leidenschaft.
Genug von diesem ewigen „eigentlich haben wir Qualität“.
Qualität alleine reicht nicht.
Diese Mannschaft braucht wieder Hunger. Wieder Mentalität. Wieder Führung.
Sonst spielt Bayer Leverkusen nächste Saison nicht um Titel oder Champions-League-Plätze – sondern wieder nur darum, irgendwie die eigenen Ansprüche zu retten.
Und das darf bei diesem Kader und diesem Verein einfach nicht der Anspruch sein.
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