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TGI AG und das MERK-WÜRDIGE mutmaßliche Kundengespräch

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay
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Das hat man uns übermittelt. Hier der Inhalt:

Hallo Klaus, grüße dich. Du, Folgendes: Die haben jetzt bei Euroclear einen Bond aufgelegt, erst einmal mit einer halben Milliarde zum Anfangen. Fangen wir klein an. Und der ist schon dort und es gilt schon nur, dass das dann gelistet ist und was weiß ich. Das dauert jetzt noch ein paar Wochen und das ist die höchste Sicherheit im Finanzmarkt, die man haben kann, hat unser Geschäftsführer Marc Bogen erklärt.

 

[00:00:31.950] – Sprecher 1

Die da in der Finanzbranche geht. Mehr geht nicht international. Das ist der höchste Sicherheitsstandard, der über deine Bonität aussagt. Ja, und das ist dann auch noch rückversichert eben bei einer großen Investmentbank der Versicherung. Und das heißt, der ganze Prozess ist doppelt bis dreifach abgesichert.

 

[00:00:54.710] – Sprecher 1

Sie könnten sofort jeden Kunden auszahlen, jeden Rabatt, jedes Gold liefern und hätten immer noch doppelt bis dreifach so viel auf der Kante. Ja, also das ist schon mal richtig, richtig grenzgenial, sage ich sogar. Also wow. Ja, ich hoffe, das hilft dir weiter. Schönen Abend noch.

 

[00:01:16.300] – Sprecher 1

Ciao, baba.

Bietet Euroclear eine Sicherheit für einen Investmentkunden:

Die kurze Antwort lautet: Nein, nicht im Sinne einer Investitionsgarantie.

Euroclear bietet keine wirtschaftliche oder rechtliche Sicherheit, dass ein Investment erfolgreich ist oder dass ein Anleger sein Geld zurückerhält. Die Sicherheit, die Euroclear bietet, betrifft die technische Verwahrung und Abwicklung von Wertpapieren, nicht deren Wert oder Bonität.

Was Euroclear tatsächlich absichert

Euroclear sorgt dafür, dass:

  • Wertpapiere ordnungsgemäß verwahrt werden.
  • Eigentumsübertragungen korrekt abgewickelt werden.
  • Käufer und Verkäufer ihre Leistungen gleichzeitig austauschen („Delivery versus Payment“).
  • Zins- und Tilgungszahlungen des Emittenten technisch an die Depotbanken weitergeleitet werden.

Das reduziert das sogenannte Abwicklungsrisiko.

Was Euroclear nicht absichert

Euroclear garantiert nicht, dass:

  • der Emittent zahlungsfähig bleibt,
  • die Vermögenswerte tatsächlich vorhanden sind,
  • die Angaben des Emittenten zutreffen,
  • ein Investment Gewinne erzielt,
  • Anleger ihr eingesetztes Kapital zurückbekommen.

Geht ein Emittent insolvent oder stellt sich heraus, dass Vermögenswerte fehlen oder falsch dargestellt wurden, übernimmt Euroclear dafür keine Haftung.

Beispiel

Angenommen, ein Unternehmen gibt eine Anleihe über 500 Millionen Euro aus.

  • Die Anleihe ist über Euroclear verwahrbar.
  • Anleger können sie problemlos über Banken handeln.
  • Alle Zahlungen werden technisch abgewickelt.

Falls das Unternehmen später insolvent wird oder die Anleihe ausfällt, schützt die Euroclear-Verwahrung den Anleger nicht vor diesem Verlust.

Ist eine Euroclear-fähige Anleihe trotzdem positiv?

Ja. Für institutionelle Investoren ist es häufig ein Qualitätsmerkmal der Marktinfrastruktur, wenn ein Wertpapier über Euroclear abgewickelt werden kann. Das bedeutet unter anderem:

  • internationale Handelbarkeit,
  • standardisierte Verwahrung,
  • effiziente Abwicklung,
  • Zugang für viele Banken und institutionelle Investoren.

Es ist jedoch kein Gütesiegel für die wirtschaftliche Qualität oder Sicherheit des Investments.

Fazit

Euroclear bietet operative und technische Sicherheit, aber keine Investitionssicherheit. Für die Beurteilung eines Investments sind andere Faktoren entscheidend, etwa:

  • die Bonität des Emittenten,
  • die Werthaltigkeit der zugrunde liegenden Vermögenswerte,
  • regulatorische Zulassungen und Prospekte,
  • gegebenenfalls Ratings unabhängiger Agenturen.

Deshalb sollte eine Aussage wie „Dieses Investment ist sicher, weil es bei Euroclear ist“ mit Vorsicht betrachtet werden. Die Euroclear-Abwicklung sagt etwas über die Infrastruktur aus, nicht über das Ausfallrisiko oder die Seriosität des Emittenten.

 

1 Komment

  • Schauen wir uns das im TGI Kontext an. Übrigens die GTI Bank darf als Labuan-Investmentbank gar keine Einlagen annehmen.

    Was bringt der TGI-Bond den Kunden wirklich? Einfach erklärt.

    Vorweg ehrlich: Vieles lässt sich nur so weit erklären, wie die TGI es selbst dargestellt hat. Entscheidende Details hat sie nicht offengelegt – und genau das ist der Kern des Problems. Ich sage jeweils dazu, was behauptet wird und was fehlt.

    Was ist ein „Bond“ überhaupt?

    Ein Bond ist im Grunde eine Anleihe – ein Schuldschein. Normalerweise leiht sich ein Unternehmen damit Geld: Anleger geben Geld, bekommen ein verzinstes Versprechen auf Rückzahlung. Wichtig: Ein Bond ist zunächst nur ein Papier mit einem Versprechen. Wie viel es wirklich wert ist, hängt einzig davon ab, was dahinter steht und ob der Aussteller zahlen kann.

    Was soll der TGI-Bond angeblich bringen?

    Nach der Darstellung in TGI-TV soll der Bond die Kunden absichern. Die Idee, die verkauft wird: Jeder, der Gold kauft, wird „automatisch Teil des Bonds“. Der Bond enthalte Vermögenswerte (Gold und anderes) als eine Art zusätzliches Sicherheitsnetz. Man werde ihn bei Euroclear listen. Zusätzlich gebe es eine Bankversicherung pro Kunde bis 5 Mio. €.

    Das Bild, das gemalt wird: „Gürtel und Hosenträger“ – du hast schon dein Gold, obendrauf den Bond, obendrauf eine Versicherung. Dreifach sicher.

    Was soll da abgesichert werden?

    Hier beginnt schon der erste Widerspruch. Abgesichert werden sollen laut Sendung die „Kundeneinlagen“. Das ist bemerkenswert: Die TGI sagt gleichzeitig in ihren eigenen Verträgen, sie nehme gar keine Einlagen entgegen – sie sei nur Goldhändlerin. Das ist ihre ganze Verteidigung gegen die Behörden, die ihr genau das vorwerfen: unerlaubtes Einlagengeschäft. Wenn jetzt ein Bond „Kundeneinlagen absichern“ soll, benutzt sie selbst das Wort, das sie sonst abstreitet. Das passt nicht zusammen.

    Was sind die einzubringenden Vermögenswerte?

    Das ist die Kernfrage – und hier wird es dünn. Genannt werden Goldbestände (das Gold der Kunden), Minenbeteiligungen (die Anteile an den Minen in Guyana/Sambia) und „weitere Vermögenswerte“ plus Cash. Die entscheidenden Probleme, ganz einfach gesagt:

    Problem 1 – Es ist womöglich dasselbe Gold, nur doppelt gezählt. Wenn das Gold der Kunden ihr eigenes gekauftes Gold ist, kann dasselbe Gold nicht gleichzeitig ihre Extra-Sicherheit sein. Man kann nicht denselben Betrag zweimal als Sicherheit verwenden. Das wäre, als würdest du dein eigenes Auto als „zusätzliche Absicherung“ für dein eigenes Auto anbieten.

    Problem 2 – Die Minenbeteiligungen könnten beliebig hoch bewertet sein. Eine Beteiligung an einer Mine ist nur so viel wert, wie die Mine wirklich hergibt. Wie die bisherigen Recherchen zeigen, sind die Goldmengen und Werte, mit denen die TGI wirbt, mit keiner realistischen Rechnung vereinbar und durch keinen anerkannten Nachweis belegt. Schreibt man eine Mine in der Bilanz einfach hoch, stehen dort große Zahlen – aber im Ernstfall, wenn man sie verkaufen müsste, ist womöglich fast nichts da. Das Muster kennt man von Signa/Benko.

    Problem 3 – Die Zahlen widersprechen sich. In derselben Sendung fielen 50 Millionen, dann 430 Millionen, dann 750 Millionen. Drei verschiedene Zahlen in wenigen Minuten. Bei einer echten, geprüften Struktur gibt es eine Zahl.

    Der „Euroclear“-Trick

    Es klingt seriös: „Der Bond wird bei Euroclear gelistet.“ Was viele nicht wissen: Euroclear ist nur eine technische Abwicklungs- und Verwahrstelle, so etwas wie ein zentrales Register, das Wertpapiere verbucht. Euroclear prüft nicht, ob dahinter echtes Vermögen steckt, ob der Aussteller solvent ist oder ob das ein gutes Investment ist. Eine Euroclear-Nummer ist kein Gütesiegel und keine Genehmigung einer Finanzaufsicht. Wer „Euroclear“ mit „höchste Sicherheit“ gleichsetzt, erzeugt einen falschen Eindruck.

    Die Rolle der „GTI Bank“

    Präsentiert wurde der Bond vom COO der „GTI Bank“. Diese Bank hat zwar eine echte Lizenz – aber als Labuan-Investmentbank (ein malaysischer Offshore-Platz). Eine solche Investmentbank darf laut den dortigen Regeln selbst gar keine Einlagen entgegennehmen. Es ist also unklar, in welcher rechtlichen Rolle diese Bank „Kundeneinlagen“ eines Liechtensteiner Goldhändlers absichern soll.

    Was fehlt – und das ist das Entscheidende

    Damit ein solcher Bond für dich als Kunde echten Wert hätte, müsste offenliegen: Wer ist der Aussteller (Emittent), und wer haftet? Wem gehören die eingebrachten Sicherheiten wirklich, und sind sie unabhängig bewertet? Was passiert im Insolvenzfall – bekommst du als Kunde bevorzugt etwas, oder stehst du wie alle anderen hinten in der Schlange? Und wo ist der Emissionsprospekt samt Wertpapierinformationsblatt?

    Nichts davon wurde bisher öffentlich vorgelegt. Es gibt Ankündigungen („nächste Woche bei Euroclear“), aber keine prüfbaren Dokumente.

    Die einfache Zusammenfassung

    Der TGI-Bond wird als zusätzliches Sicherheitsnetz für Kunden verkauft. Aber: Er sichert Dinge ab, die die TGI an anderer Stelle bestreitet zu haben („Einlagen“). Die „Sicherheiten“ sind womöglich dasselbe Gold der Kunden (doppelt gezählt) plus Minenanteile, deren Wert nicht belegt ist. „Euroclear“ klingt nach Aufsicht, ist aber nur Technik. Und die zentralen Dokumente, die den Wert beweisen würden, fehlen.

    Nüchtern gesagt: Ein Bond macht Kunden nicht sicherer, solange nicht offengelegt ist, was wirklich dahintersteht. Ohne geprüfte Zahlen und klare Rechtsstruktur ist es vor allem ein Vertrauens- und Marketinginstrument – präsentiert genau in dem Moment, in dem das eigentliche Problem ungelöst im Raum steht: die behördlich angeordnete Rückzahlung der Kundengelder.

    Bewertung des Verfassers auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen und der Aussagen in TGI-TV. Die Maßnahmen gegen die TGI sind nicht rechtskräftig, die TGI weist die Vorwürfe zurück, es gilt die Unschuldsvermutung. Keine Rechts- oder Anlageberatung.

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