Es gibt Einladungen, die altern wie guter Wein.
Und dann gibt es Einladungen, bei denen man sich Jahre später wünscht, der Akku des Handys wäre damals leer gewesen.
Im Fall von Sarah Ferguson, besser bekannt als „Fergie“, gehören offenbar gleich mehrere E-Mails in die zweite Kategorie.
„Nur schnell auf einen Tee…“
Neue Unterlagen aus den sogenannten Epstein-Akten legen nahe, dass die ehemalige Herzogin von York den später verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein im Jahr 2009 mindestens zweimal in dessen Büro in Florida besucht haben soll.
Damals saß Epstein zwar offiziell im Gefängnis…
…durfte das Gefängnis tagsüber jedoch verlassen, um in seinem Büro zu arbeiten.
Ein Konzept, das viele Menschen bis heute ungefähr so nachvollziehbar finden wie Diät-Schokolade.
„Dear spectacular friend…“
Besonders unerquicklich wirken heute veröffentlichte E-Mails.
Darin bittet Ferguson zunächst um eine schnelle Tasse Tee bei Jeffrey.
Wenig später bezeichnet sie ihn als ihren „dear spectacular friend“, nennt ihn eine „Legende“ und bedankt sich überschwänglich für seine Unterstützung.
In einer weiteren Nachricht schrieb sie sogar:
„Ich habe keine Worte, um meine Liebe und Dankbarkeit auszudrücken.“
Rückblickend dürfte genau das heute vermutlich ihr größter Wunsch sein:
Keine Worte geschrieben zu haben.
Kein strafrechtlicher Vorwurf
Wichtig dabei:
Sarah Ferguson wird in Zusammenhang mit Jeffrey Epstein keine Straftat vorgeworfen.
Die veröffentlichten Dokumente belegen Kontakte und persönliche Kommunikation, enthalten jedoch keinen strafrechtlichen Vorwurf gegen die ehemalige Herzogin.
Heute klingt alles ganz anders
Bereits vor Jahren erklärte Ferguson öffentlich, sie bereue die Freundschaft zu Epstein zutiefst.
Nach eigenen Angaben habe sie das wahre Ausmaß der gegen ihn erhobenen Vorwürfe damals nicht gekannt und den Kontakt später vollständig beendet.
Ihre Sprecher erklärten zuletzt erneut, sie sei – wie viele andere – von Epstein getäuscht worden.
Der royale Bumerang
Das Problem mit alten E-Mails ist:
Sie haben ein erstaunlich gutes Gedächtnis.
Und wenn sie Jahre später wieder auftauchen, wirken Formulierungen wie „Legende“, „Ich bin so stolz auf dich“ oder „Ich stehe zu deinen Diensten“ plötzlich deutlich weniger charmant als zum Zeitpunkt des Schreibens.
Fazit
Die britische Königsfamilie schafft es offenbar immer wieder, Stoff für Schlagzeilen zu liefern.
Manchmal durch Krönungen.
Manchmal durch Hochzeiten.
Und manchmal durch E-Mails, bei denen heute wohl jeder Kommunikationsberater sagen würde:
„Vielleicht hätten wir damals einfach bei einem freundlichen ‚Viele Grüße‘ bleiben sollen.“
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