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Staatsanwaltschaft lässt weiteres Vergewaltigungsverfahren gegen Harvey Weinstein fallen

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Die Staatsanwaltschaft in New York wird Harvey Weinstein nicht erneut wegen des Vergewaltigungsvorwurfs der Schauspielerin und Friseurin Jessica Mann vor Gericht stellen. Damit endet ein Verfahren, das bereits dreimal verhandelt wurde. Während andere Verurteilungen gegen den früheren Hollywood-Produzenten bestehen bleiben, wird dieser Anklagepunkt nicht weiter verfolgt.

Klägerin will keinen weiteren Prozess

Die Entscheidung fiel nach Gesprächen mit Jessica Mann. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft möchte sie die Belastungen eines vierten Gerichtsverfahrens nicht noch einmal auf sich nehmen.

Manhattan-Bezirksstaatsanwalt Alvin Bragg betonte, seine Behörde zweifle nicht an ihrer Glaubwürdigkeit.

Mann habe über einen Zeitraum von acht Jahren vor zwei Grand Jurys und drei Geschworenengerichten ausgesagt und dabei stets an ihrer Darstellung festgehalten. Die Entscheidung sei allein ihrer enormen persönlichen Belastung geschuldet.

Verfahren beschäftigte Gerichte jahrelang

Der erste Prozess fand 2020 statt. Damals sagten neben Jessica Mann auch die frühere Produktionsassistentin Miriam Haley und das Model Kaja Sokola aus. Alle drei warfen Weinstein vor, seine Machtposition in der Filmbranche für sexuelle Übergriffe missbraucht zu haben.

Die Verurteilung wurde jedoch 2024 von einem Berufungsgericht aufgehoben. Die Richter beanstandeten, dass Aussagen weiterer Frauen zugelassen worden waren, deren Vorwürfe nicht Gegenstand des eigentlichen Verfahrens waren.

Zwei weitere Prozesse ohne endgültiges Urteil

In einem zweiten Verfahren wurde Weinstein wegen eines sexuellen Übergriffs auf Miriam Haley schuldig gesprochen. Im Fall Jessica Mann konnten sich die Geschworenen jedoch nicht auf ein Urteil einigen, weshalb ein weiterer Prozess angeordnet wurde.

Auch der dritte Prozess endete im Mai 2026 ohne Entscheidung. Erneut gelang es der Jury nicht, einstimmig über den Vergewaltigungsvorwurf zu befinden.

Verteidigung sprach von einvernehmlichem Kontakt

Jessica Mann erklärte vor Gericht, sie habe zwar einige sexuelle Kontakte mit Weinstein freiwillig gehabt. Im März 2013 habe er sie jedoch gegen ihren ausdrücklichen Willen in einem Hotelzimmer zum Geschlechtsverkehr gezwungen.

Die Verteidigung wies die Vorwürfe zurück und argumentierte, der sexuelle Kontakt sei einvernehmlich gewesen.

Nach der Entscheidung der Staatsanwaltschaft zeigte sich Weinsteins Sprecher erleichtert. Aus seiner Sicht hätte das Verfahren nie erhoben werden dürfen, wenn den Geschworenen sämtliche E-Mails, Textnachrichten und weitere private Mitteilungen vorgelegen hätten.

Weitere Verurteilungen bleiben bestehen

Das Ende des Verfahrens hat keine Auswirkungen auf andere Schuldsprüche gegen Weinstein. Wegen des sexuellen Übergriffs auf Miriam Haley steht die Strafzumessung in New York noch aus. Die Staatsanwaltschaft fordert hierfür eine Freiheitsstrafe von 20 Jahren.

Hinzu kommt eine rechtskräftige Verurteilung in Kalifornien, für die Weinstein bereits zu 16 Jahren Haft verurteilt wurde. Angesichts seines Alters gilt es als wahrscheinlich, dass der ehemalige Filmproduzent den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen wird.

Fall löste #MeToo-Bewegung aus

Mehr als 100 Frauen haben Weinstein im Laufe der Jahre sexuelles Fehlverhalten, Übergriffe oder Vergewaltigung vorgeworfen. Zwar führten nicht alle Anschuldigungen zu Strafverfahren, doch die Aussagen zahlreicher Betroffener und die späteren Verurteilungen machten Weinstein zu einer Schlüsselfigur der weltweiten #MeToo-Bewegung, die den Umgang mit sexuellem Machtmissbrauch grundlegend veränderte.

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