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Wie Australien moderne Technik und indigenes Wissen gegen Waldbrände verbindet

jorono (CC0), Pixabay
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Während schwere Waldbrände große Teile Europas bedrohen, zeigt Australien, wie moderne Technik und jahrtausendealtes Wissen gemeinsam zur Vorbeugung eingesetzt werden können.

Australien gehört zu den Ländern mit dem höchsten Buschbrandrisiko weltweit. Nach den verheerenden Bränden des „Black Summer“ 2019 und 2020 wurde ein Forschungszentrum gegründet, das neue Methoden zur Früherkennung und Bekämpfung von Bränden entwickelt.

Dabei kommen Satelliten, Drohnen und künstliche Intelligenz zum Einsatz. Satellitenbilder können beispielsweise den Feuchtigkeitsgehalt der Vegetation messen. So lässt sich erkennen, wo sich besonders viel trockenes Gras, Laub, Sträucher und Baumrinde angesammelt haben. Diese Materialien dienen einem Feuer als Brennstoff.

Die technischen Daten allein reichen jedoch nicht aus. Deshalb arbeiten Wissenschaftler eng mit Angehörigen indigener Gemeinschaften zusammen. Diese können anhand der Farbe und des Geruchs von Pflanzen, der Beschaffenheit des Bodens oder des Schattens der Bäume beurteilen, wie trocken und brandgefährdet ein Gebiet tatsächlich ist.

Untersuchungen zeigen, dass sich dieses traditionelle Wissen häufig sehr genau mit den Messungen aus dem Weltraum deckt. Die Kombination ermöglicht es, gefährdete Gebiete früher zu erkennen und Schutzmaßnahmen gezielter zu planen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei das sogenannte kulturelle Brennen. Indigene Gemeinschaften setzen seit Jahrtausenden kleine und kontrollierte Feuer ein, um die Landschaft zu pflegen. Diese sogenannten kühlen Feuer brennen langsam und mit vergleichsweise geringer Temperatur.

Dadurch entsteht eine abwechslungsreiche Landschaft, in der sich trockenes Material nicht an einer Stelle ansammeln kann. Das Risiko großer und kaum kontrollierbarer Brände wird so verringert.

Auch moderne Feuerwehren führen geplante Brände durch. Bei diesen Maßnahmen wird Vegetation während kühlerer Monate kontrolliert verbrannt. Besonders an den Rändern von Städten und Siedlungen kann dadurch verhindert werden, dass ein späteres Buschfeuer große Mengen trockenen Brennmaterials vorfindet.

Eine weitere Methode ist das Gegenfeuer. Dabei legen Einsatzkräfte vor einem herannahenden Brand gezielt ein kontrolliertes Feuer. Dieses verbrennt die Vegetation, bevor die eigentliche Feuerfront eintrifft, und kann dem Großbrand so den Brennstoff entziehen.

Drohnen helfen den Einsatzkräften zusätzlich. Sie liefern innerhalb kurzer Zeit Bilder über die Lage und Ausbreitung eines Feuers. Außerdem können sie Ausrüstung transportieren, kontrollierte Brände entzünden und später die entstandenen Schäden erfassen.

Die Möglichkeiten für vorbeugende Brände werden jedoch kleiner. Längere Feuersaisons und stärkere Regenfälle in den kühleren Monaten verkürzen die Zeiträume, in denen solche Maßnahmen sicher durchgeführt werden können.

Australische Fachleute betonen deshalb, dass der Schwerpunkt stärker auf Vorbeugung und frühzeitigem Handeln liegen müsse. Je früher ein Risiko oder eine Entzündung erkannt wird, desto mehr Möglichkeiten haben die Feuerwehren.

Angesichts häufiger und intensiver werdender Waldbrände wird auch die internationale Zusammenarbeit immer wichtiger. Australien entsendet regelmäßig spezialisierte Einsatzkräfte in die USA und nach Kanada. Inzwischen bitten auch europäische Staaten zunehmend um Unterstützung.

Die wichtigste Lehre lautet: Nicht warten, bis ein Feuer außer Kontrolle gerät. Moderne Technik kann Gefahren sichtbar machen, doch das über Generationen weitergegebene Wissen über die Landschaft zeigt, wie frühzeitig und verantwortungsvoll gehandelt werden kann.

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