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Inflation in den USA steigt auf über vier Prozent – Hoffnung auf Entspannung wächst

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Die Inflation in den USA hat im Mai den höchsten Stand seit drei Jahren erreicht. Nach Angaben des Handelsministeriums stiegen die Verbraucherpreise gemessen am bevorzugten Inflationsindikator der US-Notenbank Federal Reserve auf 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Haupttreiber waren erneut die hohen Kraftstoffpreise. Gleichzeitig gibt es Anzeichen, dass der Höhepunkt des Preisdrucks überschritten sein könnte.

Vor allem Energie verteuert das Leben

Der sogenannte Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) erhöhte sich im Mai auf 4,1 Prozent nach 3,8 Prozent im April. Im Monatsvergleich blieb der Anstieg mit 0,4 Prozent unverändert.

Deutlich moderater entwickelte sich dagegen die Kerninflation, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel ausgeklammert werden. Sie stieg lediglich von 3,3 auf 3,4 Prozent. Die veröffentlichten Daten entsprachen weitgehend den Erwartungen der Volkswirte.

Zinssenkung rückt in weitere Ferne

Für die US-Notenbank kommen die Zahlen zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Die Federal Reserve hatte zuletzt betont, bei möglichen Zinsschritten Geduld walten zu lassen. Angesichts der anhaltend hohen Inflation rechnen Finanzmärkte inzwischen sogar wieder mit Zinserhöhungen im weiteren Jahresverlauf.

Präsident Donald Trump drängt dagegen auf niedrigere Leitzinsen und hatte zuletzt einen neuen Fed-Vorsitzenden berufen, der seine wirtschaftspolitischen Vorstellungen stärker unterstützt. Die aktuellen Inflationsdaten erschweren jedoch eine baldige Lockerung der Geldpolitik.

Einkommen und Konsum entwickeln sich positiv

Trotz der höheren Inflation blieb die Wirtschaft robust. Die verfügbaren Einkommen stiegen im Mai nominal um 0,7 Prozent. Nach Abzug der Inflation blieb ein reales Plus von 0,3 Prozent.

Auch die Konsumausgaben legten um 0,3 Prozent zu. Zudem erhöhte sich die Sparquote leicht, nachdem viele Haushalte in den vergangenen Monaten wegen der hohen Benzinpreise ihre Rücklagen aufgebraucht hatten.

Wirtschaft wächst stärker als erwartet

Positive Signale kamen auch von der Konjunktur. Das US-Handelsministerium korrigierte das Wirtschaftswachstum nach oben. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs demnach auf Jahresbasis um 2,1 Prozent statt der zuvor geschätzten 1,6 Prozent. Ausschlaggebend war eine niedrigere Bewertung der Importe, die das Wirtschaftswachstum rechnerisch weniger stark belasteten.

Sinkende Spritpreise könnten Inflation bremsen

Für Entspannung sorgt inzwischen der Ölmarkt. Nachdem Tanker die Straße von Hormus wieder weitgehend ungehindert passieren können, sind die Kraftstoffpreise zuletzt gesunken. Das könnte den Inflationsdruck in den kommenden Monaten verringern und der Notenbank zusätzlichen Spielraum verschaffen.

Wohnen und Gesundheit bleiben Kostentreiber

Ökonomen warnen jedoch davor, die Entwicklung allein an den Benzinpreisen festzumachen. Nach Einschätzung von Heather Long, Chefvolkswirtin der Navy Federal Credit Union, treiben insbesondere Wohnkosten, medizinische Versorgung und Strompreise die Lebenshaltungskosten weiter nach oben.

Sie rechnet deshalb damit, dass die Federal Reserve die Leitzinsen im Laufe des Jahres noch zweimal anheben könnte.

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