Genau für solche Momente lieben Millionen Menschen die Fußball-Weltmeisterschaft! Keine Millionen-Truppe, keine hochbezahlten Superstars – sondern pure Emotionen, Tränen, Leidenschaft und ein Land, das gemeinsam mit seiner Mannschaft Geschichte schreibt.
Bafana Bafana ist da! Südafrika steht bei seiner vierten WM-Teilnahme erstmals überhaupt in der K.-o.-Runde. Der 1:0-Erfolg gegen Südkorea im mexikanischen Monterrey löste grenzenlosen Jubel aus und machte aus einem Fußballspiel ein echtes WM-Märchen.
Als Thapelo Maseko in der 63. Minute den Ball zum Sieg ins Netz schob, begann das große Zittern. Nach dem Schlusspfiff folgte die Erlösung: Trainer Hugo Broos sank überwältigt zu Boden, Spieler fielen sich schluchzend in die Arme, Fans weinten auf den Tribünen vor Glück. Genau diese Bilder machen eine Weltmeisterschaft unvergesslich.
Es sind eben nicht nur die Titelkandidaten wie Brasilien, Frankreich oder Argentinien, die dieses Turnier prägen. Es sind Mannschaften wie Südafrika, die gegen alle Erwartungen über sich hinauswachsen und damit den Zauber einer WM erst entstehen lassen.
Noch vor wenigen Jahren hätte kaum jemand den „Bafana Bafana“ den Einzug in die K.-o.-Runde zugetraut. Nach den Vorrunden-Aus 1998, 2002 und 2010 glaubten viele, Südafrika würde erneut nur Statist sein. Doch diese Mannschaft belehrte alle Zweifler eines Besseren.
„Es fühlt sich wie ein Traum an“, sagte Matchwinner Maseko nach dem Spiel. Seine Worte standen stellvertretend für ein ganzes Land. Trainer Hugo Broos sprach von einer außergewöhnlichen Verbindung zwischen Mannschaft und Trainerteam. Nach fünf gemeinsamen Jahren sei mehr entstanden als nur ein Arbeitsverhältnis – eine Fußballfamilie.
Nun wartet im Sechzehntelfinale mit Co-Gastgeber Kanada die nächste große Herausforderung. Doch unabhängig vom Ausgang hat Südafrika schon jetzt eines gewonnen: die Herzen der Fußballfans.
Denn genau dafür ist eine Weltmeisterschaft da. Sie schreibt Geschichten, die niemand erwartet. Sie lässt Außenseiter träumen und ganze Nationen feiern. Und sie erinnert daran, dass Fußball weit mehr ist als Taktik, Marktwerte und Favoritenrollen.
Sowas braucht eine Fußball-WM – und davon kann es gar nicht genug geben.
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